Die Vesperkirche als ein kleiner Lichtblitz des Reiches Gottes

Der Abendmahlstisch im Abschlussgottesdienst. Im Hintergrund sitzen bereits die ersten Gäste an den Tischen.

Nach gut zwei Wochen endete die Vesperkirche 2026 mit einem Abendmahlsgottesdienst in der St. Johanniskirche Schweinfurt. Schon vor dem Gottesdienst hatten viele ihre Essens-Tickets für Sauerbraten oder Blumenkohl-Auflauf gekauft. Ein Teil der Gäste nahm von den gedeckten Tischen aus am Gottesdienst teil.

Pfarrerin Gisela Bruckmann predigte über das Gleichnis der Saatkörner, die teils in die Dornen oder auf unfruchtbaren Boden fallen und nur zum Teil aufgehen (Lukas 8, 4-8). Geduld sei da gefragt. „Es braucht Zeit, bis das Korn wächst“ – oder bis das Reich Gottes zum Vorschein kommt.

Der Bauer im Gleichnis tue alles, damit das Korn wachsen kann, auch wenn er wisse, dass die Bedingungen oft nicht optimal sind – „er riskiert es trotzdem“.

„Auch in unserer Vesperkirche ist manchmal ein kleiner Gottesreich-Lichtblitz da“, so Pfarrerin Bruckmann weiter. Und auch, wenn die Vesperkirche nun für dieses Jahr zu Ende ist: diese Hoffnung, dass die Saat Gottes aufgeht, die begleitet uns auch durch den Rest des Jahres.

Sichtbar geworden ist das auch in der Vesperkirche: In den vielen Gesprächen und Begegnungen, aber insbesondere in den verschiedenen diakonischen Angeboten, die sich im Lauf der zwei Wochen vorgestellt haben. „Hier wird deutlich, dass Gottes Liebe wächst“.

Fazit nach zwei Wochen Vesperkirche

Auch am letzten Tag waren beim anschließenden Essen alle gut 300 Portionen ausverkauft. Abgesehen von zwei Tagen, an denen starker Schneefall und Eisregen viele vom Besuch abgehalten hatten, war der Zuspruch zur Aktion auch im Jahr 2026 wieder enorm: Viele Gastgebende beteiligten sich gerne, auch Kuchenspenden kamen in ausreichender Menge.

Schülerinnen und Schüler aus dem Celtis-Gymnasium und der Wilhelm-Sattler-Realschule beteiligten sich tageweise im Service. Hier war das Interesse so groß, dass teilweise ausgelost werden musste, wer mitmachen durfte.

Die Gäste dankten es den Gastgebenden: Viele kommen regelmäßig. Menschen, die sonst wenig Kontakt zu anderen haben, genießen hier die Gespräche am Tisch und bei der anschließenden Tasse Kaffee. Die sozialen Angebote wurden gut nachgefragt. Und, ungewohnt nach einer Predigt, aber in der Vesperkirche schon Tradition: Nach dem kurzen „Wort in der Mitte“ täglich um 13 Uhr gibt’s dankbaren Applaus!

Etwa 4500 Mahlzeiten wurden insgesamt ausgegeben. Der eher symbolische Preis von 2,- € (Kinder die Hälfte) soll es allen ermöglichen, an der Vesperkirche teilzunehmen. Zur Deckung der Kosten sind Kirche und Diakonie dringend auf Spenden angewiesen. Wenn Sie diese Aktion auch finanziell unterstützen können, freuen wir uns über Ihre Spende:

Spendenkonto

Diakonisches Werk Schweinfurt e.V.:
IBAN DE48 7935 0101 0000 0025 35
BYLADEM1KSW
Stichwort: Vesperkirche

Kirchengemeinde St. Johannis:
IBAN DE82 7932 0075 0005 1674 42
HYVEDEMM451
Stichwort: Vesperkirche

Die Vesperkirche zeigt: Vor Gott sind alle Menschen gleich

Der Landesbischof bedient am Tisch

Zur Eröffnung der Vesperkirche Schweinfurt predigte Landesbischof Dr. Christian Kopp

Zum zwölften Mal heißt es in der ehrwürdigen Schweinfurter St. Johanniskirche „Miteinander für Leib und Seele“. Bis zum 8. Februar können Sie wieder in der Mittagszeit gemeinsam essen, ins Gespräch kommen, an den Aktions- und Infoständen neue Erkenntnisse gewinnen. Damit sich wirklich alle die Teilnahme leisten können, kostet das Essen lediglich 2 € (Kinder 1 €).

Zum festlichen Eröffnungsgottesdienst begrüßte Pfarrerin Barbara Renger die Gäste. Sie bezog sich auf den perfekt passenden Wochenspruch aus Lukas 13: „Es werden kommen von Osten und von Westen, von Norden und von Süden, die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes.“

Landesbischof Dr. Christian Kopp predigte über Apostelgeschichte 10, 21-35. Dort begegnet der Apostel Petrus dem römischen Hauptmann Kornelius und meint zuletzt: „Nun erfahre ich in Wahrheit, dass Gott die Person nicht ansieht.“

Diese Aussage nahm Kopp auf: „Vor Gott gilt: Zwischen Menschen gibt es keinerlei Unterschiede!“ Die Unterschiede machten dagegen wir Menschen.

Auch in der Vesperkirche werde diese Erkenntnis konkret erfahrbar: „Ich liebe das, wenn ich neben Menschen sitze, die ich noch nie zuvor gesehen habe“, so Kopp. Gottes Liebe sprenge alle Grenzen, alle seien vor ihm gleich.

Noch ein zweiter Aspekt war Kopp an der biblischen Geschichte wichtig: Petrus hört erst einmal zu. „Wer an Gott glaubt, der hört zu und hat ein hörendes Herz.“ Kirche müsse ein Ort sein, an dem Menschen mit ihren Fragen gehört und ernst genommen werden – gerade auch junge Menschen. Deshalb würden derzeit alle 18-Jährigen nicht nur Post von der Bundeswehr, sondern auch von der Kirche erhalten: mit dem Signal, dass sie nicht allein sind und Beratung finden können.

Gerade die Vesperkirche zeige: Wir gehören zusammen in Gottes Welt. „Unsere Welt wird besser, wenn wir danach leben.“

Nach der Predigt stellten die beiden Ortspfarrerinnen Gisela Bruckmann und Barbara Renger mit einem Segen das Kirchengebäude für die nächsten zwei Wochen in den Dienst der Vesperkirche.

Die Gäste ließen sich Hirschbraten und Blumenkohlmedaillons schmecken. Über 40 Gastgeberinnen und Gastgeber sorgten für einen reibungslosen Ablauf. Auch der Landesbischof ließ es sich nicht nehmen, am Tisch zu bedienen – ebenso wie MdL Paul Knoblach und Stadtrat Oliver Schulte, die beide schon seit vielen Jahren ehrenamtlich dabei sind.

Bis zum 8. Februar wird die St. Johanniskirche nun täglich von 11:30 bis 14 Uhr geöffnet sein. Immer gibt es zwei Speisen zur Auswahl, eine davon vegetarisch. Im Preis ist außerdem noch ein Stück Kuchen und eine Tasse Kaffee oder Tee inbegriffen.

Welche Aktions- und Infostände wann anzutreffen sind, finden Sie auf der Homepage der Vesperkirche unter www.vesperkirche-schweinfurt.de

Zusätzlich gibt es am Donnerstag, 29.1., um 19 Uhr einen Kabarettabend mit Pfarrer i.R. Friedemann Jung unter dem Titel „Seniorendämmerung“.

Eine Woche später, am Donnerstag, 5.2., 19 Uhr, laden Hauptamtliche aus dem Dekanat wieder ein zum „Ohrenschmaus“, einem besonderen Konzertabend, in dem die Gäste ihre Pfarrerinnen und Pfarrer einmal in einer ganz anderen Rolle erleben können.