Rückschau auf 2017

Am 13.02.2017 im Schweinfurter Tagblatt:

„Wir machen Menschen glücklich“: Die Helden der Vesperkirche


Ohne sie geht nichts: Insgesamt 60 Gastgeber waren bei der Vesperkirche 2017 im Einsatz. Foto: Anand Anders

Morgens, 10 Uhr in der Kirche St. Johannis. Bereits um diese Uhrzeit schwirren viele Menschen im Kirchenschiff herum. Und das aus gutem Grund, denn bei diesen Menschen handelt es sich um die Helden der Vesperkirche: die vielen freiwilligen Helfer, ohne die diese Veranstaltung überhaupt nicht stattfinden könnte.

Doch den Begriff Helfer hört man in der Vesperkirche nicht gerne. Die Ehrenamtlichen sehen sich selbst nämlich als Gastgeber und möchten auch so genannt werden, denn die Vesperkirche „soll wie ein Zuhause sein“, betont Pfarrer Jochen Keßler-Rosa.

Die Vesperkirche führt Menschen zusammen, manchmal hilft ein Gastgeber nach

Zu den Gastgebern der Vesperkirche gehört auch Friedrich Appold. Er ist Rentner, stammt aus der Nähe von Oberschwarzach und fährt momentan jeden Tag 35 Kilometer, um die Gäste der Vesperkirche zu bewirten. „Ich bin gerne unter Menschen und möchte auch etwas zurückgeben“, begründet Appold sein Engagement. Eine Grundeinstellung, die seiner Meinung nach in unserer Gesellschaft immer mehr verloren geht.

Von der Schweinfurter Vesperkirche habe er aus der Zeitung erfahren. Im vergangenen Jahr ist Friedrich Appold zum ersten Mal dabei gewesen. Dieses Jahr ist er es wieder, in erster Linie „weil man so viele verschiedene Leute treffen kann“. Wie im vergangenen Jahr. Da hat der Rentner eine Begegnung gemacht, an die er sich gerne zurückerinnert.

Da die Platzvergabe in der Vesperkirche rein zufällig erfolgt, kam eine ältere Dame aus dem Bergl mit an Friedrich Appolds Tisch und erzählte ihm, dass sie alleine in einer großen Wohnanlage lebt und sich oft einsam fühle. Im Laufe des Tages lernte Appold dann eine zweite Frau kennen, ebenfalls aus dem Bergl. Schließlich brachte der Rentner die beiden Frauen zusammen, die seitdem Freundinnen sind und so auch rausfanden, dass sie direkt gegenüber wohnen.

Bevor sich die Türen öffnen: Team-Besprechung

Doch bevor es für Friedrich Appold an diesem Tag an die Arbeit geht, kommen alle der rund 60 Gastgeber noch für eine Team-Besprechung zusammen. „Es geht nicht um Perfektion oder um Schnelligkeit“, unterstreicht Keßler-Rosa, „kleine Fehler sind viel sympathischer, als wenn alles glatt läuft.“

Dann teilt Victor Elias, stellvertretend für Norbert Holzheid, die Gastgeber in ihre Bereiche ein. Im Schnitt jeweils vier bis fünf Personen sind für Bedienung, Essensaus- und Rückgabe, Begrüßung, die Kasse, das Spülen, Bügeln und die Kinder-Betreuung zuständig. Jede Gruppe hat zusätzlich noch einen Bereichsleiter.

„Es ist schön, Leuten zu helfen“, sagt Gastgeberin Edeltraud Hederich

Nach einem kurzen Gebet schwirren die Gastgeber schließlich zu ihren jeweiligen Einsatzorten aus. In kleinen Gruppen werden die Details besprochen. Im Kirchengang steht schon Edeltraud Hederich bereit. Die 70-jährige Schweinfurterin gehört zum Begrüßungskomitee. „Es ist schön, Leuten zu helfen“, sagt die Rentnerin über ihr Engagement in der Vesperkirche. Da ihre Kinder schon ausgeflogen sind und Hederich alleine lebt, kam ihr die Idee, sich ehrenamtlich zu engagieren.

„Ich war schon überall und es hat an jeder Station Spaß gemacht“ und auch über die Gäste könne sich die 70-Jährige nicht beklagen. Mittlerweile ist es kurz vor halb elf. Vor der Kirche hat sich schon eine lange Schlange gebildet. Aufgeregt sei sie nicht, versichert Edeltraud Hederich: „Ich bin mit Spaß an der Freude dabei.“

Dann strömen die Gäste herein

Und dann geht es los. Als sich die Türen öffnen und die Gäste hereinströmen, herrscht im gesamten Gotteshaus keine Spur von Anspannung oder Hektik. Hederich begrüßt freundlich ihre Gäste und hat für jeden ein nettes Wort übrig. Sabine Heine steht derweil am Altar und teilt ihr per Handzeichen mit, wie viele Gäste momentan an den Tischen Platz nehmen können. Anschließend werden die Gäste zum Tisch gebracht. Dann kommen die Bedienungen, servieren 400 Essen am Tag, räumen die Tische ab und decken sie neu ein.

Auch Friedrich Appold flitzt in seinem roten Pullover zwischen den Tischreihen umher. Er ist als Bedienung eingeteilt. „Es läuft super. Lauter freundliche Menschen“, sagt er im Vorbeigehen mit einem breiten Lächeln im Gesicht und hat kurz darauf ein neues Tablett voller Suppenteller in der Hand.

Für Renate Reichert ist die Vesperkirche eine Herzensangelegenheit

Etwas ruhiger geht es da noch bei Renate Reichert in der Cafeteria zu. Sie wartet noch auf den großen Ansturm und hat Zeit für ein kurzes Gespräch. Die Vesperkirche sei für sie eine Herzensangelegenheit. Traurig mache sie deshalb die Undankbarkeit mancher Gäste, die sich bei einem Beitrag von 1,50 Euro über den Kuchen beschweren oder „immer nur an sich denken“. Solche Fälle seien aber die Ausnahme, versichert Reichert. Dann geht sie los und holt frischen Kaffee.

„Ich bin hin und weg und weiß gar nicht genau, was ich sagen soll“, lobt Jochen Keßler-Rosa den Einsatz der Gastgeber. Er sei immer wieder überrascht, wie viele Menschen sich bereit erklären zu helfen. Deshalb sei es bei der Vesperkirche „keine Schwierigkeit, genügend Helfer zu finden“. Auch Georg Pfennig vom Repair-Café ist in diesem Jahr zum ersten Mal dabei.

Sind die Semmelknödel aus, muss sich der Pfarrer etwas einfallen lassen

Doch bevor der Pfarrer weitererzählen kann, kommt Gertrud Wolf, Koordinatorin der Bedienungen, auf ihn zu, denn es gibt ein Problem: die Semmelknödel sind aus. Sofort brauchen die beiden einen Plan B. „Das gehört eben auch dazu“, meint Keßler-Rosa locker und macht sich auf, um Brötchen zu besorgen.

Um 13 Uhr kehrt beim „Wort in der Mitte“ von Pastoralreferentin Ida Ziegler zum ersten Mal an diesem Tag besinnliche Ruhe in der Kirche ein. Und auch die Gastgeber können für ein paar Minuten in den Kirchenbänken durchschnaufen.

Noch bis in den späten Nachmittag sind die meisten von ihnen auf den Beinen. Am Ende des Tages gehen sie aber alle gut gelaunt mit einem Lächeln nach Hause. „Ich wünschte mir, die Vesperkirche wäre zwei Mal im Jahr“, sagt Edeltraud Hederich, denn „ich fühle mich einfach wohl.“ Und auch Renate Reichert ist noch gut gelaunt auf den Beinen: „Im Großen und Ganzen war es ein schöner Tag“, sagt sie, denn sie weiß, „wir machen Menschen mit unserer Arbeit glücklich, weil wir alle mit Herzblut dabei sind.“

Vesperkirche 2017 – eine erste Bilanz

Die Helfer: Um bei der Dritten Schweinfurter Vesperkirche an 22 Tagen die täglich 410 Menüs (gesamt 9020) auf die gedeckten Tische zu bringen, waren vom 22. Januar bis 12. Februar 60 Gastgeberinnen und Gastgeber im Einsatz. Ebenfalls ausschließlich im Ehrenamt haben diese die Kasse besetzt, Frauen und Männer für die Begrüßung abgestellt, das Essen und ebenso Kaffee und Kuchen ausgegeben, Geräte und Nahrungsmittel transportiert, gespült und geputzt.

Mit Spannung wird jetzt der Kassensturz erwartet. Das Menü kostete für Erwachsene 1,50 Euro, für Kinder 50 Cents, – bei einem Selbstkostenpreis von durchschnittlich fünf Euro. Die Aktion ist somit auf Spenden und Sponsoren angewiesen.

Kostenfrei konnten die Besucher zudem Dienstleistungen wie Haare schneiden oder Blutdruck messen und die vielen (Beratungs-)Angebote des Diakonischen Werkes in Anspruch nehmen.

Veranstalter in der kunsthistorisch besonders bedeutsamen St. Johannis Kirche, deren Baugeschichte bis in das 13. Jahrhundert zurückreicht, waren erneut die Pfarrgemeinde St. Johannis und das Diakonische Werk.

Drei Wochen lang war die Stadtkirche der ehemaligen Reichsstadt und heutige evangelische Pfarrkirche ein Treff über jedes Gruppendenken hinweg und ein Ort der Gemeinschaft, an dem man sich begegnete und über Gott und die Welt sprach.

Sehr gut besucht waren die drei Konzertabende mit Sängerin Steffi List und Band „Mosaik“, mit Ohrenschmaus III (Musik von Pfarrerinnen und Pfarrern aus dem Dekanat) und dem Gospelchor Die KisSingers.


Friedrich Appold engagiert sich als Gastgeber bei der Vesperkirche. Foto: Lena Müller
 

Sabine Heine koordiniert mit ihren Kollegen die Platzverteilung per Handzeichen. Foto: Lena Müller
 

Karl Frank (Zweiter von rechts) geht mit seinem Team die Tagesplanung durch. Foto: Lena Müller
 

Bevor es los geht, treffen sich alle Gastgeber zusammen mit den Organisatoren zu einer Besprechung. Foto: Lena Müller
 

Edeltraud Hederich bei der Arbeit: sie begrüßt die Gäste und führt sie in den Wartebereich. Foto: Lena Müller

 

 

Am 11.02.2017 im Schweinfurter Tagblatt:

Wer kommt eigentlich zur Vesperkirche?


Familie Lipiec, von links Mutter Ewa, Vater Michael und Tochter Natalia, haben in der Vesperkirche zu Mittag gegessen. Sie wohnen nur wenige Meter von der Kirche St. Johannis entfernt. Während der Wartezeit hat Natalia in der Kinderbetreuung gespielt. Foto: Julia Haug

Das Erlebnis Vesperkirche beginnt in der Warteschlange. Es ist Mittwoch, 11.15 Uhr, die Reihe der Wartenden vor dem noch verschlossenen Holztor der St. Johannis-Kirche im Herzen Schweinfurts reicht bis zur Hälfte des Martin-Luther-Platzes. Diakon Norbert Holzheid begrüßt jeden mit Handschlag. „Es tut mir leid, dass wir die Tür noch nicht öffnen können, aber sonst passt der Ablauf drinnen nicht mehr.“ Drinnen bereiten die freiwilligen Helfer, Gastgeber genannt, alles vor, um die täglich 410 Essen anzurichten, zu servieren und alles, was dazu gehört, abzuwickeln.

2017 findet die Vesperkirche in Schweinfurt zum dritten Mal statt. Im Dezember 2013 hatte die St.-Johannis-Kirche den Zuschlag als erster Ausrichtungsort in Bayern bekommen, gestartet wurde ein gutes Jahr später. Inzwischen gibt es noch eine Vesperkirche in Nürnberg, doch die funktioniert etwas anders: Das Essen muss sich jeder selbst holen, bekommt es nicht per persönlicher Bedienung wie in Schweinfurt an den Tisch gebracht.

Wer kann, zahlt mehr als 1,50 Euro

Die Idee der Vesperkirche formulierte Diakonie-Chef Jochen Keßler-Rosa einst zur Einführung der Aktion: „Es gibt keine Randgruppen mehr, alle sind und leben wir in Schweinfurt.“ Auch im dritten Jahr bestätigt der Diakonie-Chef, dass aus dem Konzept Wirklichkeit geworden ist: „Es kommen tatsächlich die, die nix zu beißen haben, aber genauso der Firmenchef oder der Arbeiter im Ruhestand.“ Wer kann, zahlt mehr als 1,50 Euro für das Mittagsmenü.

Für Michael Lieske gehört die Wartezeit zum Gesamterlebnis. Er stellt sich jeden Tag in die Schlange, obwohl er zu den hauptamtlichen Mitarbeitern des Diakons gehört und einfacher ans Essen kommen könnte. „Kontakte knüpfen, mit denen ich sonst nie ins Gespräch kommen würde“, das ist es, was die drei Wochen Vesperkirche für Lieske ausmachen. Da ist er, der sonst für sich allein kocht, einig mit seinen Nachbarn in der Warteschlange: Hier hat er vom Karaoke-Singen bekannte Eleonore Franzreb-Öztürk und Herbert Scheidel getroffen.

Mit dem Landrat und dem Chefarzt am Tisch

Die Drei schwelgen in Erinnerungen an einprägsame Begegnungen in drei Jahren Vesperkirche: Mit dem Schweinfurter Landrat und seinen Mitarbeitern saßen sie einmal am Tisch, mit dem Chefarzt des Leopoldina-Krankenhauses oder mit Bankangestellten, denen sie sonst nur am Schalter gegenüberstehen. Mittagsbegegnungen, die es ohne Vesperkirche nicht gegeben hätte.

Halb zwölf durch. Die Warteschlange wandert zügig durch das geöffnete Tor. Ende Januar, zu Beginn der Vesperkirche 2017, hatte Lieske noch gefroren in der Warteschlange. Jetzt scheint die Sonne. Drinnen warten freundliche Gesichter, deren Besitzer keinen Unterschied machen, wie jung oder alt, sauber oder dreckig die Hand ist, die ihnen gereicht wird. Lieske und seine Freunde werden in die gleiche Kirchenbank gewiesen.

„Es geht schon in der Bank los“, sagt Herbert Scheidel, und meint das Kontakte knüpfen. Gespräche fallen leicht, wenn man gemeinsam das Treiben zwischen den gedeckten Tischen verfolgt. Scheidel hat eine bewährte Einstiegsfrage: „Waren Sie schon oft hier?“ Dann ist meist der Bann gebrochen. Manchmal fragt er auch nach dem Glauben. Der ist ihm wichtig. Scheidel hofft, dass er seine Schmerzen durch einen Fahrradunfall vor drei Jahren irgendwann loswerden wird.

Zum Mittagessen, wenn die Frau im Krankenhaus liegt

Neben Herbert Scheidel in der Bank liegen seine Krücken. Etwas weiter sitzt German Klopf aus Oberwerrn. Der 81-Jährige hat am Vormittag seine Frau für drei Tage ins Krankenhaus bringen müssen. Mehr als 50 Jahre sind sie verheiratet, getrennt waren sie selten.

„Ich habe heute ganz unruhig geschlafen“, gibt der Oberwerrner zu, und kommt ins Schwärmen über die Kochkünste seiner Frau, die aus den Resten vom Vortag die beste „Rumfort-Platte“ machen kann. Schon häufiger sind sie zu zweit in der Vesperkirche zum Mittagstisch gewesen. „Wir hatten die größten Gespräche hier.

“ Über Reisen nach Israel sprachen sie oder über medizinische Forschungen in Würzburg. Morgen, sagt er, morgen werde er selbst kochen. Vielleicht den „Quer-durch-den Garten“-Gemüsetopf. Schließlich kann er sich auch selbst versorgen, das will er klarstellen. „Nur nach vier Wochen“, sagt Klopf. „da müsste ich wieder von vorn anfangen.“

Um 13 Uhr kehrt drei Minuten Stille ein

Vier Plätze an einem Tisch werden frei. Familie Lipiec, Ewa, Michael und Tochter Natalia, setzen sich gemeinsam mit einer älteren Dame. Alle entscheiden sich für die Tagessuppe und das Cordon Bleu mit Kartoffelsalat und gegen das vegetarische Hauptgericht Grießnocken mit Zucchinigemüse.

Lipiecs wohnen schon seit zwei Jahren in Deutschland, erst in München, jetzt in Schweinfurt. Doch 2016 wussten sie noch nicht, was es auf sich hat mit den vielen Leuten, die sich jeden Mittag vor der Eingangstür von St. Johannis versammeln. Erst ihre Vermieterin erklärte ihnen kürzlich Regeln und Hintergrund der Vesperkirche, die nur zwei Minuten von ihrer Wohnung entfernt ist. Seit die Drei wissen, wie die Aktion funktioniert, waren sie schon mehrmals hier.

Ein Gongschlag hallt durch das Kirchenschiff. 13 Uhr. Gespräche verstummen. Zeit für das dreiminütige „Wort in der Mitte“, das katholische oder evangelische Seelsorger täglich sprechen. „Zur Ruhe kommen“, wünscht Donata Molinari von der Kanzel herab. Und: „Lassen Sie sich von Begegnungen am Herzen berühren.“

Ob Familie Lipiec die Vesperkirche 2018 auch wieder besuchen wird? „Wir gehen vielleicht bald zurück“, sagt Ewa Lipiec. Schmerzlich vermisst sie ihre Familie in Sandomierz, einer Kleinstadt 200 Kilometer von der ukrainischen Grenze. In Ost-Polen war Ewa Lipiec Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache. Michael spricht nur bruchstückhaftes Deutsch. Auch deshalb klappt es mit keinem neuen guten Job. Sein Logistikstudium aus der Heimat erkennt kein Arbeitgeber an. Und von Fabrikjobs hat er genug.

Eine Mittagpause in der Vesperkirche wird zur Tradition

„Das Leben ist eine große Überraschung“, sagt Ewa Lipiec. „Vielleicht kommen wir ja einmal wieder.“ Beim Hinausgehen passiert die Familie den Stehtisch, an dem drei Männer mit Krawatte unterm Wintermantel ihren Kaffee trinken: Thomas Ganzinger, Jürgen Lindner und Jochen Herterich sind Kollegen und arbeiten in derselben Bankabteilung. Seit eineinhalb Stunden sind sie inzwischen in Mittagspause, zwei Kolleginnen haben sich schon wieder zur Arbeit verabschiedet. Doch die Drei trinken entspannt den letzten Rest Kaffee aus ihren Tassen – zur Vesperkirche bringt man Zeit mit, das steht fest. „Einmal im Jahr organisieren wir das, legen einen Termin fest und fragen Kollegen, wer mitkommt“, sagt Thomas Ganzinger.

Die Fünf ließen sich wie 2016 an zwei verschiedenen Tischen platzieren: „Heute haben wir mit Diakonie-Mitarbeitern gegessen“, sagt Ganzinger. Die Informationen zur geriatrischen Pflege, die er heute ganz nebenbei bekommen hat, werde er hoffentlich noch nicht so bald brauchen, scherzt er.

Bedürftige Menschen essen sonst im Theresienheim

Kaffee und hausgemachter Kuchen vom Buffet als Nachtisch sind im Obolus fürs Menü inklusive. „1,50 Euro ist ein guter Preis“, da ist sich eine Gruppe zweier Männer und einer Frau einig. Sie packen nach dem Essen ihren Bollerwagen draußen an der Kirchenmauer und rauchen 50 Meter weiter auf der Bank mit Blick auf die St. Johannis-Kirche eine Verdauungs-Zigarette.

Gleich geht es nach Hause, erzählen sie, neue Prospekte zum Austeilen in den Bollerwagen laden. Wohin sie nächste Woche zum Essen gehen, wenn die Vesperkirche vorbei ist? Wieder ins Theresienheim, das öffne dann wieder, ist drei Wochen lang geschlossen. Denn während der Zeit der Vesperkirche haben Menschen in Schweinfurt einen anderen Anlaufpunkt für warmes Essen und Zuwendung.


Herbert Scheidel (links) und Eleonore Franzreb-Öztürk warten genauso in der Kirchenbank auf einen Platz am Tisch wie German Klopf (rechts). Foto: Julia Haug

Michael Lieske ist begeistert von der Vesperkirche. Er steht schon gern in der Warteschlange. Foto: Julia Haug

 

 

Abschlussgottesdienst in der Vesperkirche

Am Sonntag, 12. Februar gehen drei erneut sehr gelungene, schöne Wochen Vesperkirche zu Ende. Zum Abschluss wird um 10.30 Uhr ein Gottesdienst mit Abendmahl gefeiert, gestaltet von Pfarrerin Gisela Bruckmann, Pfarrer Andreas Grell, Diakon Norbert Holzheid und Kirchenmusikdirektorin Andrea Balzer (alle St. Johannis/St. Salvator) sowie Pfarrer Jochen Keßler-Rosa (Vorstand Diakonie Schweinfurt).
Um 11.30 Uhr schließt sich dann das gemeinsame Mittagessen und Kaffeetrinken an, ein Miteinander für Leib und Seele – zum letzten Mal in der Vesperkirche 2017.
Herzliche Einladung!

Vesperkirche Schweinfurt St. Johannis: 22. Januar bis 12. Februar 2017, täglich von 11.30 bis 14.30 Uhr
Vesperkirchenhandy-Ehrenamtstelefon: 0176 72999548
Vesperkirchenhandy-Kuchentelefon: 0176 72913539

 
 
Am 10.02.2017 auf SW-N.TV Schweinfurter Nachrichten:

Brot und Kultur für alle

Schweinfurter Tafel und KulturTafel Schweinfurt informieren am 11. und 12. Februar 2017

Nahezu identisch sind die Vorstellungen der Vesperkirche und der Schweinfurter Tafel. Hand in Hand versuchen wir, „einem Anderem zu geben, was er braucht. Ein Stück Brot, ein Lächeln, ein offenes Ohr. Jetzt – nicht irgendwann!“

In Deutschland leben rund zwölf Millionen Menschen in der Einkommensarmut oder sind unmittelbar davon bedroht. Die gemeinnützige Schweinfurter Tafel e.V. versucht, bedürftigen Menschen den Alltag mit Lebensmittelspenden zu erleichtern. In Schweinfurt werden wöchentlich ca. 750 Kinder und über 1.100 Erwachsene „bedient“. Insgesamt sind aktuell knapp 4.000 Personen berechtigt, für einen eher symbolischen Einkaufspreis Ware über die Tafel zu beziehen.
Dabei werden täglich mehr als 1.000 kg Lebensmittel und weitere Artikel an die Berechtigten weitergegeben. Also auf den Tisch statt in die Tonne – eine wertvolle Tätigkeit in unserer heutigen Wegwerfgesellschaft.
Über 100 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer ermöglichen den Bedürftigen damit jeden Tag einen bescheidenen Spielraum für gesellschaftliche Teilhabe und Leben in Würde.

Dieses Ziel verfolgt auch die KulturTafel Schweinfurt e.V., denn „der Mensch braucht Kultur wie Wasser und Brot“. Und viele Menschen können sich den Besuch von Konzerten, Kinos, Theater- oder Sportveranstaltungen nicht leisten – seit Jahren nicht oder noch nie. Die KulturTafel Schweinfurt versteht sich als Türöffner zwischen den Veranstaltern und Bedürftigen, indem sie in der Stadt und Region Schweinfurt leere Plätze weiter vermittelt. Geholfen wird damit beiden Seiten: Bürgerinnen und Bürger, die durch ihre prekäre Lebenssituation an den Rand gedrängt sind, können kostenfrei am kulturellen Leben und an Freizeitaktivitäten teilnehmen. Und die Veranstalter haben ausgelastete Häuser mit guter Stimmung.
Kommen Sie mit uns ins Gespräch und reden Sie über diese Idee. Denn je mehr Menschen und Institutionen davon wissen, umso mehr Menschen haben etwas davon!

Besuchen Sie am 11. und 12. Februar den Aktionsstand der Schweinfurter Tafel und KulturTafel Schweinfurt zum Thema „Brot und Kultur für alle“!

Vesperkirche Schweinfurt St. Johannis: 22. Januar bis 12. Februar 2017, täglich von 11.30 bis 14.30 Uhr
Vesperkirchenhandy-Ehrenamtstelefon: 0176 72999548
Vesperkirchenhandy-Kuchentelefon: 0176 72913539

 

 
Am 10.02.2017 im Schweinfurter Tagblatt:

Nahrung für die Seele in der Vesperkirche


Starker Auftritt: „Die KisSingers“ in der Vesperkirche. Foto: Josef Lamber
 
Die Vesperkirche in Schweinfurt, die drei Wochen lang unter dem Motto „Miteinander für Leib und Seele“ Gäste in der St. Johannis-Kirche empfängt, lässt in ihrem Rahmenprogramm auch die Musik sprechen. Unter Leitung von Kirchenmusikdirektor Jörg Wöltche ließen die Sängerinnen und Sänger die bis auf den letzten Platz gefüllte Kirche erbeben. Schon der optische Eindruck war ergreifend. Im lilafarbenen langen Gewand marschierten die KisSingers ein, das allbekannte „Kumbaya, my Lord“ auf den Lippen.

Die Grippewelle hatte auch vor den KisSingers nicht haltgemacht, sie waren in einer kleineren Besetzung mit immerhin noch 35 Sängern aufgetreten. Doch gemerkt hat das unter den Zuschauern keiner, stimmgewaltig schickten sie die innigen Wellen ihrer Gospelsongs über die Zuhörer, strahlten Beseeltheit und Freude aus. Gospel sind auch Verkündigung, die gute Nachricht in gesungener Form. Jeder soll sie hören.

Doch was ist, wenn man nicht hören kann? Jörg Wöltche unterlegte „All day long“ mit Gebärdensprache. Er berührte sacht die Handinnenseiten, und schickte mit zusammengelegten Händen das Gebet zum Himmel. „Sing and Pray“, singen und beten gehören beim gemeinsamen Gospelsingen zusammen.

Was wäre ein Gospelkonzert ohne die aktive Beteiligung aller Anwesenden. Gleich zu Beginn forderte Wöltche zum Mitklatschen und Mitsingen auf „Come and sing with me“. Erst zögerlich und dann immer mutiger wurde mit den Fingern geschnippt und gesummt. Die Textwiederholungen machten es den Neusängern leicht, „Nobody knows the trouble I've seen“ hatte man doch schon einmal anderswo gehört, gleich konnte man mittun. Kirk Franklins „Brokenhearted“ war dann wieder zum Zuhören, eine ganz besondere Stimmung und ein Moment des Innehaltens entstand. Vorsänger und -sängerinnen „riefen“, der Chor antwortete. Einen Schauer ließ die wunderbar warme Stimme der Vorsängerin bei „Let my people go“ über den Rücken rieseln. Unterstützt wurde der Chor von Felix Geßner am Kontrabass und Ralf Werner am Flügel, die gekonnte Begleitung bereicherte die Chorsätze.

Ein Mitsingexperiment der besonderen Form ließ sich der versierte Chorleiter Wöltche nicht entgehen. Er teilte die Zuhörergemeinde in hohe (Soprani) und solche Frauenstimmen ein, die keinen Bock haben hoch zu singen (Alti), in fleißige (Tenöre) und faule (Bässe) Männerstimmen. Ein Durchsingen genügte – und die Zuhörer in der Vesperkirche konnten ihren Part. Wöltche freute sich ungemein und sah sich bestätigt. „Jeder kann singen, Sie singen schon, bevor Sie das erste Wort gesprochen haben.“

Im Spendenkörbchen am Ausgang raschelte es am Schluss des Abends gewaltig, das Konzert war auch ein Benefizkonzert zur Finanzierung der Vesperkirche. Erna Rauscher

 

 
Am 08./09.02.2017 auf SW-N.TV Schweinfurter Nachrichten und ähnlich im Schweinfurter Tagblatt:

Ehrenamt – wenig Ehre aber viel Amt?

Ehrenamtsakademie informiert am 9. und 10. Februar 2017

Egal ob im Sportverein, beim Tierschutz, bei der Betreuung von Kindern oder Hilfe für Menschen in Not – ohne die vielen freiwilligen Helfer könnten viele Bereiche des öffentlichen und des sozialen Lebens nicht funktionieren! Das gilt besonders auch für die Vesperkirche in Schweinfurt, denn alle Gastgeberinnen und Gastgeber sind ehrenamtlich dabei.

Etwa jeder Dritte engagiert sich in Deutschland ehrenamtlich. Der eine hilft vielleicht einmal im Jahr bei seinem Verein bei einem Fest im Getränkeausschank, der andere investiert wöchentlich viele Stunden, um in einem Hospiz zu helfen. Egal wie zeitintensiv das ehrenamtliche Engagement ist und in welchem Bereich es liegt, ohne die unentgeltlich arbeitenden Mitarbeitenden geht es in der Regel nicht. Es muss klar gesagt werden, dass die Ehrenamtlichen ein großes Kapital sind. Aber nicht in erster Linie, weil sie Geld sparen, sondern weil sie etwas Unverwechselbares geben können.

Ehrenamtliche haben in kniffeligen Situationen und im Umgang mit Menschen in schwierigen Situationen oft mehr Geduld und Enthusiasmus und vor allem auch mehr Zeit, als es sich hauptamtliche Angestellte leisten können. Gerade im sozialen Bereich sind die Fördermittel oft so knapp, dass Hauptamtliche schlichtweg nur da helfen können, wo es besonders brennt. Gerade hier ist das Ehrenamt daher eine unverzichtbare und sehr wertvolle Ergänzung zu den Hauptamtlichen. Sie geben Menschen in schweren Lebenslagen nicht nur Zeit, sondern auch das Gefühl, wertgeschätzt und als Teil der Gesellschaft akzeptiert zu sein. Ehrenamtliche sagen: „Ich möchte wissen, wie es den Menschen um mich herum geht; und ich möchte, dass es ihnen gut geht!“ Und diese Aufmerksamkeit hilft und macht Mut!

In der Vesperkirche können sich Besucher mit Verantwortlichen der Ehrenamtsakademie unterhalten, Vorschläge für das Programm der Akademie machen und über Freud und Leid im Ehrenamt reden.

Die Ehrenamtsakademie im Diakonischen Werk Schweinfurt bietet Ehrenamtlichen eine Plattform, sich bei gemeinsamen Treffen auszutauschen, neues Wissen zu erhalten und Impulse zu bekommen. Ein Hilfsangebot, aber auch eine Geste des Dankes und der Wertschätzung an die vielen Unterstützer!

Besuchen Sie am 9. und 10. Februar den Aktionsstand der Diakonie Schweinfurt zum Thema „Ehrenamt ist unverzichtbar“!

Vesperkirche Schweinfurt St. Johannis: 22. Januar bis 12. Februar 2017, täglich von 11.30 bis 14.30 Uhr
Vesperkirchenhandy-Ehrenamtstelefon: 0176 72999548
Vesperkirchenhandy-Kuchentelefon: 0176 72913539

 
 
 
 
Am 07.02.2017 auf SW-N.TV Schweinfurter Nachrichten und ähnlich im Schweinfurter Tagblatt:

Gefühl und Stimmung in der Vesperkirche

 

Am Mittwoch, 8. Februar um 19 Uhr findet das dritte Konzert im Rahmen der Vesperkirche Schweinfurt St. Johannis 2017 statt, ein Benefiz-Gospelkonzert.

Die KisSingers“, der überregional bekannte Gospelchor der Evang. Kirchengemeinde Bad Kissingen unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Jörg Wöltche besucht mit 50 Sängerinnen und Sängern Schweinfurt und bietet besinnliche Balladen, fetzige Songs, zeitgenössische und klassische Gospel sowie Eigenkompositionen.

Der Eintritt ist frei. Die gern gesehenen Gaben am Ausgang kommen der Vesperkirche zugute. Einlass ist ab 18.15 Uhr. Herzliche Einladung!


Vesperkirche Schweinfurt St. Johannis: 22. Januar bis 12. Februar 2017, täglich von 11.30 bis 14.30 Uhr
Vesperkirchenhandy-Ehrenamtstelefon: 0176 72999548
Vesperkirchenhandy-Kuchentelefon: 0176 72913539



 
Am 06./07.02.2017 auf SW-N.TV Schweinfurter Nachrichten und ähnlich im Schweinfurter Tagblatt:

Gesetzesänderung - Verbesserung oder Trostpflaster?

Häusliche Krankenpflege informiert am 7. und 8. Februar 2017

Bild aus der Vesperkirche / SW-N
Bild aus der Vesperkirche / SW-N

Am 01.01.2017 hat eine neue Zeitrechnung begonnen. Das sogenannte Pflegestärkungsgesetz II ist in Kraft getreten. Diese grundlegende Pflegereform bringt viele Veränderungen mit sich. Neben einem komplett neuen Verfahren zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit gilt es auch, die vielen Verbesserungen kennen zu lernen - finanziell und organisatorisch.

Oder war es doch nur wieder ein Tropfen auf den heißen Stein? In der Presse liest man immer von Leistungsverbesserungen, der Stärkung der ambulanten vor den stationären Hilfen sowie einer deutlich höheren finanziellen Unterstützung. Auch wird immer davon gesprochen, dass Menschen mit einer psychischen Erkrankung wie z.B. Demenz eine gerechtere Einstufung erhalten. Doch ist das wirklich so?

Welche häuslichen Hilfen stehen zur Verfügung, wenn man beispielsweise älter und vielleicht alleinlebend ist oder die Kinder weit weg wohnen? Wie kann es gelingen, weiterhin zu Hause zu leben, auch wenn das Gedächtnis nachlässt? Funktioniert das neue System der Pflegeversicherung und greift es rechtzeitig?

Diese und viele weitere Fragen können Sie gerne mit uns diskutieren. Die Fachfrauen der Diakoniestationen freuen sich auf Gespräche mit Ihnen im Rahmen der Vesperkirche.

Besuchen Sie am 7. und 8. Februar den Aktionsstand der Diakonie zum Thema Pflegestärkungsgesetz II!

Vesperkirche Schweinfurt St. Johannis: 22. Januar bis 12. Februar 2017, täglich von 11.30 bis 14.30 Uhr
Vesperkirchenhandy-Ehrenamtstelefon: 0176 72999548
Vesperkirchenhandy-Kuchentelefon: 0176 72913539

 
 
 
 
Am 04.02.2017 im Schweinfurter Tagblatt:

Den Stromzähler regelmäßig ablesen


Rolf Sixt, ehrenamtlicher Energieberater (rechts), klärt über die unterschiedlichen Stromkosten von Fernsehern auf. Foto: Martina Müller

Der 15-Euro-Heizlüfter vom Discounter, der ganze Zimmer mangels Zentralheizung auf Temperatur bringt. Oder aber die Stromheizung, die die Mietwohnung und das Wasser mit Elektrizität heizt. Nicht selten findet Energieberater Siegfried Fuchs eines dieser geldfressenden Probleme bei seinen Beratungsbesuchen vor. Die Folge: Die Stromrechnung oder der monatliche Abschlag steigt so stark, dass die Betroffenen in Zahlungsverzug kommen. Ab etwa 100 Euro Rückstand werden in Deutschland Stromsperren verhängt. Heißt: Der Strom ist weg.

Am Sonntag, 5. Februar, und Montag, 6. Februar, steht das Projekt „FIT beim Energiesparen“ der Diakonie mit einem Informationsstand in der Schweinfurter Vesperkirche für jedermanns Fragen bereit.

Syrische Energieberater

500 bis 600 Stromsperren verzeichnen die Stadtwerke Schweinfurt jedes Jahr, erklärt Siegfried Fuchs, der bei der Diakonie hauptamtlich für das Projekt verantwortlich ist. Mehr als 2000 Schweinfurter Haushalten wird die Abschaltung angedroht. „Die Zahl der Stromsperren steigt“, sagt Fuchs. 18 Energieberater gibt es bei FIT inzwischen, einschließlich der Projekte in den Dekanaten Kitzingen und Bad Neustadt.

Neu dabei sind drei syrische Ehrenämtler, die ihren Landsleuten beim Einzug in die erste eigenen Wohnung grundlegende Energiespartipps erklären. In Deutschland sind Kosten für Gas und Strom deutlich teuerer als in den Heimatländern. Auf dem FIT-Handzettel mit den zehn wichtigsten Hinweisen stehen darum Grundlagen wie Stoßlüften, 20 Grad als Temperaturempfehlung für Wohnräume oder Geschirr nicht unter fließendem Wasser abzuspülen. Die Liste gibt es inzwischen auch in arabischer Sprache. Beim Versuch, die Empfehlungen einer syrischen Familie zu erklären, ist Fuchs an der Sprachbarriere gescheitert. Die drei syrischen Energieberater seien nun gut beschäftigt.

21,5 Prozent sind „energiearm“

Nicht zum ersten Mal präsentiert sich FIT in der Vesperkirche. Doch 2017 liegt der Fokus auf Energiearmut, erklärt Fuchs. Laut einer Studie der Universität Siegen aus dem Jahr 2016 sind 21,5 Prozent der deutschen Haushalte von „Energiearmut“ betroffen: Nach Abzug der Energiekosten liegt das Haushalts-Nettoeinkommen unter 60 Prozent des Durchschnitts, der Armutsgefährdungsschwelle. Und dieses Problem werde künftig noch größer, da ist sich Fuchs sicher. Die Kosten für Strom und Gas hätten sich in den vergangenen Jahren vervielfacht.

Das Projekt „FIT beim Energiesparen“ gibt es seit 2012. Es finanziert sich aus Mitteln der Stiftung „Schweinfurt hilft Schweinfurt“ – erst kürzlich flossen hier wieder 10 000 Euro für den Fortbestand des Projektes– außerdem aus Spenden sowie aus Eigenmitteln des Diakonischen Werkes, erklärt Diakonie-Chef Jochen Keßler-Rosa am Sonntag am FIT-Stand. Insgesamt seien jährlich rund 35 000 Euro notwendig, um das Energiesparprojekt zu erhalten.

70 Haushalte berät FIT pro Jahr

FIT habe „Leuchtturmcharakter“, sagt Keßler-Rosa. „Wir wollen wegkommen von gönnerhaften Hilfsangeboten.“ Bei FIT begegneten sich Experten und Beratene auf Augenhöhe. Das Selbstbewusstsein vieler Bedürftiger steige dadurch enorm, genauso wie die Motivation, aus dem Teufelskreis – hohe Energiekosten durch oftmals veraltete Stromfresser – herauszukommen.

60 bis 70 Beratungen verzeichnet das FIT-Team im Jahr 2016 in Schweinfurt und Umland. Zwischen 100 und 300 Euro Einsparung springen laut Fuchs dabei jeweils heraus. Kein Fall sei wie der andere, manchmal sind Halogenlampen die Stromsünder mit 200 Euro im Jahr, manchmal der Plasma-TV, der das 2,7-Fache eines Röhrenfernsehers, und sogar das 7,7-Fache eines LED-Fernsehers verbraucht.

Der Denkzettel kommt meistens erst mit der jährlichen Stromabrechnung. Fuchs empfiehlt deshalb: Regelmäßig den Zähler ablesen und selbst den Stromverbrauch im Auge behalten.

 

Energiearmut – muss das sein?

FIT-Energieberatung informiert am 5. und 6. Februar 2017

Energiearmut, d.h. Armut durch hohe Energiekosten, ist in den vergangenen Jahren zu einem großen Problem geworden. Ihre Hauptgründe liegen in der steigenden Armut durch Niedriglöhne und Teilzeitverträge sowie in den stark gestiegenen Energiekosten.
Energiearmut führt entweder in die Schuldenfalle oder zu unterkühlten Wohnungen mit Gesundheitsgefährdung durch ungesundes Raumklima mit Schimmelpilz.
Menschen müssen also wählen, ob sie ihr Geld für Essen oder Heizen ausgeben. Viele Menschen behelfen sich, in dem sie sich in Kaufhäusern aufwärmen und in den Wohnungen dicke Pullover und Jacken anziehen.

Günstige Mieten gehen oft einher mit einer schlecht gedämmten Wohnung, schlechten Fenstern und Türen, die einen höheren Energieaufwand erfordern.
Das Problem verschärft sich dadurch, dass vielen Menschen nicht bekannt ist, wieviel Strom die verschiedenen Geräte verbrauchen. Das führt insbesondere dann in die Schuldenfalle, wenn in schlecht beheizbaren Wohnungen mit elektrischen Heizlüftern nachgeholfen wird. Diese sehen zwar klein und unscheinbar aus, verursachen aber erschreckend hohe Stromrechnungen.
Da Strom drei- bis viermal teurer ist als z.B. Erdgas, haben Haushalte mit Elektroheizung bzw. elektrischer Warmwasserbereitung besonders große Probleme.

Mit Hilfe der Energieberatung der Diakonie können Haushalte mit einfachen Veränderungen Einsparungen von durchschnittlich 100 – 300 Euro im Jahr erreichen. In besonderen Fällen, also bei ganz schlechten Elektrogeräten wie z. B. Kühl-Gefrier-Kombinationen, hilft die Diakonie auch bei der Anschaffung von energiesparenden Geräten.

Besuchen Sie am 5. und 6. Februar den Aktionsstand der Diakonie zum Thema Energiearmut!

Vesperkirche Schweinfurt St. Johannis: 22. Januar bis 12. Februar 2017, täglich von 11.30 bis 14.30 Uhr
Vesperkirchenhandy-Ehrenamtstelefon: 0176 72999548
Vesperkirchenhandy-Kuchentelefon: 0176 72913539

 

„Wie komme ich in den Himmel“ – dritter Sonntagsgottesdienst in der Vesperkirche

"Wie komme ich in den Himmel" ist das Thema des dritten Sonntagsgottesdienstes am 5. Februar um 10.30 Uhr im Rahmen der Vesperkirche 2017. Der Gottesdienst wird gestaltet von Pfarrer Andreas Grell (St. Johannis/St. Salvator), Pfarrer Jochen Keßler-Rosa (Vorstand Diakonie Schweinfurt) – der Prediger des Tages – sowie Kirchenmusikdirektorin Andrea Balzer.

Anschließend gibt es, wie jeden Tag bis zum 12.Februar, Zeit für gute Gespräche beim gemeinsamen Mittagessen und Kaffee mit Kuchen. Herzliche Einladung an ALLE.

Vesperkirche Schweinfurt St. Johannis: 22. Januar bis 12. Februar 2017, täglich von 11.30 bis 14.30 Uhr
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Am 04.02.2017 im Schweinfurter Tagblatt:

Ein Menü, das in den Ohren klingt


Beim musikalischen Vesperschmaus in der St.-Johannis-Kirche tanzte der Chor beim Obstsalat singend durch das Kirchenschiff. Foto: Martina Müller

Schnitzel, Pizza und ein bunter Obstsalat – all das stand am Donnerstagabend auf der Menükarte der Vesperkirche in St. Johannis. Doch statt um einen Gaumenschmaus handelte es sich bei diesem Menü um einen musikalischen Ohrenschmaus.

Beim mittlerweile dritten Konzert des Projekts „Ohrenschmaus“ machte Pfarrerin Gisela Bruckmann zu Beginn deutlich, dass es bei der Vesperkirche „nicht nur Nahrung für den Leib gibt“, denn das Konzert, unter der Leitung von Kirchenmusikdirektorin Andrea Balzer, nährte auch die Seele der Zuhörer in der voll besetzten Kirche.

Als Vorspeise servierten Felix Duft an der Troptete und Andrea Balzer an der Orgel mit dem Adagio-Finale von Georg Friedrich Händel lebenslustige, sakrale Klänge, die die Zuhörer zum Nachdenken anregten. „Sich einfach mal ausruhen“ und zum eigenen Ich finden – darum ging es Andrea Balzer bei der Konzeption des Konzerts.

Kleine Verspieler gehören dazu

Frühlingsgefühle ließ „Meine Seele hört im Sehen“ (Händel) von Grit Plößel an der Querflöte, Gisela Bruckmann am Klavier und Wolfgang Weich an der Geige im Kirchenraum aufkommen. Auch ein kleiner Verspieler tat der fröhlichen Stimmung des Publikums keinen Abbruch. „Das ist halt live“, stellte eine Zuhörerin treffend fest.

Mit ihrer kraftvollen und klaren Stimme hüllte dann Gisela Bruckmann das Kirchenschiff in eine träumerische Atmosphäre. „Wer hat dies Liedlein erdacht“ aus der Sammlung „Des Knaben Wunderhorn“ von Gustav Mahler verlangte der Sängerin mit vielen schnellen und extremen Notenwechseln viel ab, doch jeder Ton saß.

Träumerisch verspielt, ja fast schon engelsgleich, war das anschließend harmonische Zusammenspiel der warmen Stimmen von Andrea Balzer, Grit Plößel und Gisela Bruckmann beim „Hebe deine Augen auf“ aus dem Oratorium Elias von Felix Mendelssohn Bartoldy. Dabei konnte das Publikum gedanklich in Traumlandschaften schwelgen.

Lieder von Trost und Hoffnung

Gefühlvoll und emotional wurde es im Anschluss beim Auftritt des Duos „DuDett“ bestehend aus Claudia Dettmar und Andreas Duft. Höhepunkt war dabei ihre Interpretation von Marius Müller-Westernhagens „Engel“. Insbesondere die Zeile „die Welt soll wissen, warum sich zu lieben lohnt“ sorgte begleitet von einer Mundharmonika für einen Gänsehautmoment.

Und auch Dufts Eigenkomposition „Mensch“ spendete durch Zeilen wie „Gut, dass es dich gibt“ oder „Merkst du nicht, dass Gott dich liebt“ Trost und Hoffnung – gerade in Momenten, in denen im Leben manchmal alles irgendwie sinnlos erscheint.

Nach einem kurzen musikalischen Ausflug nach Lateinamerika mit dem „Tango“, eröffnete der Chor einen musikalischen Vesperschmaus in drei Gängen. Da brutzelte in Form eines Kanons ein Wiener Schnitzel auf dem Herd, dann belegten die Stimmen der Sänger akustisch eine Pizza. Als Nachtisch gab es einen Obstsalat mit Mango, Banane und Papaya, den der Chor tanzend im Kirchenschiff „servierte“.

Mit einem Gläschen „Champagner!“ von Grit Plößel und Andrea Balzer, ließ Andreas Duft dann zum Abschluss noch die Korken knallen.

Nach dem Stück „Bewahre uns, Gott“ bildete der Segen „Herr, bleibe bei uns“ den krönenden Abschluss des berührenden Konzerts. Für einen Kanon animierte Andrea Balzer schließlich auch gesamte Publikum zum Mitsingen. So bildete sich ein voller Klangkörper in der Kirche aus und das Publikum beendete mit begeisterndem Applaus den Ohrenschmaus. Vom großen Anklang des Konzerts war Pfarrerin Gisela Bruckmann, die zum Organisationsteam der Vesperkirche gehört und auch die Idee zum Ohrenschmaus hatte, „total überrascht“.

Die Pfarrer zeigen eine andere Seite

Und auch wenn man annehmen könnte, dass eine Pfarrerin aufgrund ihres Berufs vor einem Auftritt kein Lampenfieber mehr hat – falsch gedacht: „Da ist eine ganz andere Anspannung da“, sagt Bruckmann, „denn man möchte es ja gut machen.“ Dennoch sieht die Pfarrerin kleine Verspieler ganz locker, denn die „Gewogenheit, das Wohlwollen und die Freude der Zuhörer“ gaben ihr Sicherheit.

„Musik berührt und Musik bringt Menschen zusammen“, sagt Andrea Balzer auf die Frage warum Musik so gut zur Vesperkirche passt. Bei ihrer Musikauswahl habe sie bewusst „scherzhafte Lieder, die auf die Vesperkirche anspielen“ und klassische oratorische Werke gemischt, denn wichtig ist der Kirchenmusikleiterin, dass alle Chormitglieder mit Freude beim Singen mitmachen.

Und da alle Pfarrer „sehr motiviert dabei sind“, kann sich Balzer auch schon für die nächste Vesperkirche einen Ohrenschmaus vorstellen.


Zum Abschluss servierte Alexander Duft, musikalisch begleitet von Grit Plößel, noch ein Glas Champagner. Foto: Martina Müller
 
 
 
Am 04.02.2017 im Schweinfurter Tagblatt:

Bezahlbare Wohnungen – Fehlanzeige


Viele angebotene Wohnungen haben erhebliche Mängel. Auch darauf weist die Diakonie in der Vesperkirche hin. Hier vertreten durch Monika Morick Kraus (rechts) und Melanie Kistner. Foto: Anand Anders

Ein großes Thema vor allem für die Flüchtlinge ist die Wohnungssuche. In der Erstaufnahme in Schweinfurt und/oder den Gemeinschaftsunterkünften in Stadt und Landkreis sind noch immer Hunderte so genannter Fehlbeleger untergebracht. Das sind Geflüchtete, deren Asylantrag bewilligt wurde, die sich eine Wohnung suchen können, sollen und wollen – aber halt keine finden.

Die Diakonie hilft deshalb mit einer ehrenamtlich betreuten Wohnungsbörse bei der Suche. Die Wohnungsnot wird auch in der Vesperkirche thematisiert: Menschen, die neu in Deutschland sind, sowie die anerkannten Flüchtlinge haben es auf dem Wohnungsmarkt noch schwerer als Ottonormalverdiener. Angst vor dem Fremden und Sprachschwierigkeiten können ein Hindernis sein, einen Vermieter zu finden.

Nach dem Freitag wird die Asyl- und Migrationssozialarbeit der Diakonie dieses Thema am Samstag, 4. Februar, ein weiteres Mal präsentieren. Der Aktionsstand ist zur Vesperkirchenzeit in St. Johannis von 11.30 bis 14.30 Uhr geöffnet.

Asylberaterin Monika Morick-Kraus, Praktikantin Melanie Kistner und Diakoniechef Jochen Keßler-Rosa standen am Freitag Rede und Antwort. Morick-Kraus berichtete von aktuell rund 170 Flüchtlingen mit Aufenthaltsstatus, die noch eine Wohnung suchten. Einfach ist das nicht. Zum einen wegen der „Obergrenze“, die eine Wohnung kosten darf. 65 Quadratmeter für zwei Personen in der Stadt: Der Preis dafür ist auf maximal 422 Euro gedeckelt. Da fallen viele Wohnungen schon nicht mehr drunter.

Ein Hindernis ist oft auch die Anzahl der Personen in einer Familie, die mitunter fünf und mehr Köpfe zählt. Viele der Suchenden sind außerdem noch ohne Einkommen. Ein Hinderungsgrund ist für den einen oder anderen Vermieter schlicht auch, dass sie Flüchtlinge sind. Aber auch Menschen ohne Migrationshintergrund hätten es schwer, an bezahlbare Wohnungen zu kommen.

Vor allem die Geringverdiener mit einem Nettoeinkommen von unter 1000 Euro im Monat, die ohnehin schon durchschnittlich 43 Prozent ihres Haushaltsnettoeinkommens für die Wohnkosten aufbringen müssten. Die 500 Millionen Euro, die der Bund pro Jahr in Deutschland für die soziale Wohnraumförderung zur Verfügung stellt, sei „ein Tropfen auf den heißen Stein“, sagt Keßler-Rosa. Er kam nach der Eröffnung der Vesperkirche zum Stand und machte seinem Ärger über Aussagen auch vor Ort Luft, es gebe keine Wohnprobleme. „Das wundert mich, weil es eben einen großen Bedarf gibt“.

Die von der Diakonie eingerichtete Wohnungsbörse ist ein hilfreiches Instrument. Ehrenamtliche um Udo Wachter werten das Internet aus, suchen im Anzeigenteil der Zeitung, betreiben persönliche Acquise mit unterschiedlichen Erfolgen. Vor allem Wohnungsinhaber aus der Stadt sind nicht bereit, an Flüchtlinge zu vermieten, bestätigt Wachter. „Wir suchen aber händeringend Wohnungen“, sagt der Ehrenamtliche, der jeden Montag von 15 bis 17 Uhr im Kirchenhaus Markt 51 berät und vor allem potenzielle Vermieter willkommen heißt. Ein Appell.

Auf dem Land haben die ehrenamtlichen Wohnungssucher der Diakonie bessere Erfahrungen gemacht. Aber: Besonders in weiterer Entfernung seien Wohnungen weniger gefragt, sagt Morick-Kraus. Flüchtlinge seien nicht mobil, also auf den Bus angewiesen, weshalb sie zuvorderst auf eine Wohnung in Stadtnähe setzten.

In der St. Johanniskirche waren aus Pappkartons Häuser aufgebaut. Darauf waren Zettel befestigt mit den Aufschriften „Schimmel“, „Heizung defekt“, „Mängel“. Ein Hinweis auf tatsächlich in diesem Zustand angebotene Wohnungen, die eigentlich saniert werden müssten. Morick-Kraus weiß, dass solche Anbieter auf die Missstände hingewiesen würden. Dennoch seien Flüchtlinge oder sozial Schwache auch damit einverstanden, nur um aus den beengten Wohnverhältnissen etwa in einer Asylunterkunft rauszukommen.

Auch am Stand in der Vesperkirche können Vermieter ihre Wohnung anmelden. Wohnungssuchende gibt es jede Menge. Einige haben ausgelegte Zettel ausgefüllt, die diese Aufschrift tragen: „Wohnungsnot in Schweinfurt, suche eine Wohnung“. Schweinfurt brauche mehr „bezahlbaren Wohnraum“, sagt Keßler-Rosa. So ähnlich steht es auch auf einer der Infotafeln: „Genügend bezahlbarer Wohnraum – Fehlanzeige“.

 
 
Am 01./03.02.2017 auf SW-N.TV Schweinfurter Nachrichten und ähnlich im Schweinfurter Tagblatt:

Wohnungsnot – ein Problem nicht nur Flüchtlinge

Asyl- und Migrationssozialarbeit informiert am 3. und 4. Februar 2017
 
Es ist keine neue Nachricht, dass auf dem Wohnungsmarkt eine prekäre Situation herrscht und diese sich eher noch zuspitzt, nicht nur in München, Frankfurt oder Hamburg. Familien und Menschen, die schlecht Treppen steigen können, haben es besonders schwer. Auch und gerade hier in Schweinfurt sehen sich Wohnungssuchende diesem Problem gegenüber: „Wie soll ich bezahlbaren Wohnraum finden?“

500 Millionen Euro stellt der Bund pro Jahr in Deutschland für die soziale Wohnraumförderung, wie es im Amtsdeutsch heißt, zur Verfügung – für das gesamte Bundesgebiet. Angesichts explodierender Mietpreise ist das ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Zahl der öffentlich geförderten Wohnungen im Freistaat Bayern ist im Laufe der letzten zehn Jahre von 20.000 auf 1.200 gesunken – eine fatale Entwicklung, wenn wir uns aktuelle Zahlen ansehen. Sie alle belegen: Der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum steigt. Wird er nicht befriedigt, steigt die Gefahr sozialer Verwerfungen in den Ballungszentren, aber auch auf dem Land, es steigt die Gefahr von Überschuldung und Obdachlosigkeit. Eine Mietpreisbremse alleine schafft noch keine neuen Wohnungen, und dem „Markt“ ist die Situation einkommensschwacher Menschen herzlich egal, den Verantwortlichen darf sie das nicht sein.

Der Dritte Bericht der Staatsregierung zur sozialen Lage in Bayern aus dem Jahr 2012 zeigt:

Bei 42 % der Mieterhaushalte in Bayern beträgt die Wohnkostenbelastung mehr als 30 % ihres Haushaltsnettoeinkommens

Geringverdiener/innen mit einem Nettoäquivalenzeinkommen von unter 1.000 € im Monat wenden durchschnittlich 43 % ihres Haushaltsnettoeinkommens für die Wohnkosten auf.

Menschen, die neu nach Deutschland migriert sind, sowie anerkannte Flüchtlinge haben es auf dem Wohnungsmarkt noch schwerer. Angst vor dem Fremden und Sprachschwierigkeiten können ein Hindernis sein, einen Vermieter zu finden, der gewillt ist, dennoch zu vermieten.

Im Rahmen der Vesperkirche präsentiert die Asyl- und Migrationssozialarbeit der Diakonie dieses Thema. Diskutieren Sie mit und informieren Sie sich. Werben wir gemeinsam für eine offene und verständnisvolle Gesellschaft, die Menschen in Wohnungsnot unterstützt und jedem eine Chance gibt.

Besuchen Sie am 3. und 4. Februar den Aktionsstand der Diakonie zum Thema Wohnungsnot!

Vesperkirche Schweinfurt St. Johannis: 22. Januar bis 12. Februar 2017, täglich von 11.30 bis 14.30 Uhr
Vesperkirchenhandy-Ehrenamtstelefon: 0176 72999548
Vesperkirchenhandy-Kuchentelefon: 0176 72913539

 
 
Am 25./26.01.2017 auf SW-N.TV Schweinfurter Nachrichten und ähnlich im Schweinfurter Tagblatt:

Ohrenschmaus in der Vesperkirche

Ein besonderer „Leckerbissen“ wird den Gästen der Vesperkirche mit dem „Ohrenschmaus“ in der nunmehr dritten Auflage serviert.

Am Donnerstag, 2. Februar um 19 Uhr musizieren Pfarrerinnen und Pfarrer aus dem Evang.-Luth. Dekanat Schweinfurt in der St. Johanniskirche. Besonders gespannt sind natürlich die Gemeindeglieder, die „ihre“ Pfarrerin oder „ihren“ Pfarrer so sonst nicht oder nur selten erleben. Ihre musikalische Begeisterung und die Freude am gemeinsamen Musizieren werden die Zuhörerschaft mitnehmen auf eine unterhaltsame musikalische Reise. Geboten wird Instrumental- und Chormusik verschiedener Sparten, die musikalische Gesamtleitung hat Kirchenmusikdirektorin Andrea Balzer.

Der Eintritt ist frei. Spenden für die Vesperkirche sind herzlich willkommen. Einlass ab 18.15 Uhr.

Vesperkirche Schweinfurt St. Johannis: 22. Januar bis 12. Februar 2017, täglich von 11.30 bis 14.30 Uhr
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Dement – na und?

Projekt „Gerontopsychiatrische Vernetzung in der Region Main-Rhön“ informiert am 1. und 2. Februar 2017

An einer Demenz zu erkranken, wie ist das eigentlich?
Den Weg vom Supermarkt nicht mehr nach Hause zu finden, den Geldbeutel nicht mehr als Geldbeutel benennen zu können oder im Winter mit Bademantel nach draußen zu gehen – das kann einem Demenzerkrankten schon mal passieren. Einschränkungen von Gedächtnis, Orientierung, Sprache und Urteilsvermögen sind typische Erkennungszeichen der Erkrankung. Kann ein Betroffener dann überhaupt noch alleine leben? Körperpflege, Essenszubereitung sowie das Äußern eigener Bedürfnisse ist dann keine Selbstverständlichkeit mehr. Wie kann es gelingen, den Alltag mit einem Demenzerkrankten zu meistern, ohne sich dabei selbst einzuschränken? Ist es nicht unangebracht, wenn ein Mensch mit Demenz in einem Café seine Torte mit den Händen isst? Wie soll ich reagieren, wenn ich einem Betroffenen begegne, der seine Wohnung nicht mehr findet?

Pro Tag werden in Deutschland mehr als 800 Neuerkrankungen festgestellt. Die Zahl der Erkrankten steigt steil mit dem Alter an – zwei Drittel der Betroffenen sind 80 Jahre und älter. Je älter ein Mensch, desto wahrscheinlicher entwickelt dieser eine Demenz – das Alter ist der größte Risikofaktor.

Kann ich also vorbeugend etwas tun, um überhaupt nicht an einer Demenz zu erkranken? Können Bewegung, Ernährung oder Kreuzworträtsel einen positiven Einfluss nehmen? Gibt es Behandlungsmöglichkeiten oder Therapien, die den Krankheitsverlauf verlangsamen oder die Demenz heilen?

Wir, die Fachstelle für (pflegende) Angehörige und das Projekt „Gerontopsychiatrische Vernetzung in der Region Main-Rhön“, möchten mit Ihnen ins Gespräch kommen, Ihnen Einblicke in die bunte Welt eines Demenzerkrankten geben und Ihnen Ihre Unsicherheiten nehmen.

Besuchen Sie am 1. und 2. Februar den Aktionsstand der Diakonie zum Thema Demenz!

Vesperkirche Schweinfurt St. Johannis: 22. Januar bis 12. Februar 2017, täglich von 11.30 bis 14.30 Uhr
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Mobilität und Teilhabe

Bahnhofsmission informiert am 30. und 31. Januar 2017

Manchmal gerät das Leben aus der Spur. Dann brauchen Menschen Hilfe. Die evangelische und katholische Bahnhofsmission hilft jedem – sofort, ohne Anmeldung, ohne Voraussetzungen erfüllen zu müssen und gratis.

Es gibt so viele Gründe, eine Zugfahrt nicht alleine zu schaffen, z. B. eine besondere Krankheit oder Behinderung, Ängste und Unsicherheit. Oft ist es auch nötig, dass Kinder von einem Ort zu einem anderen Ort fahren müssen, und niemand aus der Familie sie begleiten kann.

Im Rahmen der Vesperkirche, konkret am 30. und 31. Januar freuen sich Mitarbeitende der Bahnhofsmission auf viele Gespräche, u.a. mit folgendem Angebot: „Wir begleiten Sie auf Ihrer Reise im Nahverkehr mit Regionalzügen ab Schweinfurt z.B. nach Würzburg, Nürnberg, Bamberg, Hof, Aschaffenburg, Bad Neustadt, Meiningen oder Erfurt. Vom Einsteigebahnhof bis zum Ziel- bzw. zum Umsteigebahnhof sind wir bei Ihnen. Auch helfen wir Ihnen beim Einsteigen bei Ihrer Weiterfahrt zu ferneren Zielen, z.B. mit dem ICE. Mit uns reisen Sie sorglos: Vom Fahrkartenkauf bis zum Sitzplatz im Zug, beim Umsteigen, beim Weg zum Treffpunkt mit Angehörigen, zum Taxistand oder Bus – wir bleiben bei Ihnen und helfen Ihnen gerne.“
In Kooperation mit anderen „Mobilen Bahnhofsmissionen“ in Deutschland ist auch eine Begleitung über die genannten Ziele hinaus sowie eine Umsteigehilfe am Bahnhof möglich. Sprechen Sie uns einfach an!

Diakonisches und caritatives Handeln zeigt sich darin, dass eine normale Fahrkarte ausreicht. Darüber hinaus entstehen keinerlei Kosten. Zu beachten ist allerdings, dass Sie nur so viel Gepäck mitnehmen, wie Sie oder Ihre Angehörigen und wir alleine tragen können.
Gefördert wird dieses Hilfsangebot durch die DB Mainfrankenbahn, DB Main-Spessart-Express und durch die Erfurter Bahn. Diese ermöglichen bei Begleitungen die kostenlose Zugfahrt unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Besuchen Sie am 30. und 31. Januar den Aktionsstand der Bahnhofsmission zum Thema Mobilität und Teilhabe!

Vesperkirche Schweinfurt St. Johannis: 22. Januar bis 12. Februar 2017, täglich von 11.30 bis 14.30 Uhr
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„Jesus, der Diakon“ – zweiter Sonntagsgottesdienst in der Vesperkirche

Pfarrer Dr. Siegfried Bergler, Öffentlichkeitsreferent im Evang. -Luth. Dekanat Schweinfurt, und Pfarrerin Gisela Bruckmann, St. Johannis/St. Salvator, gestalten den zweiten Gottesdienst im Rahmen der Vesperkirche Schweinfurt St. Johannis. Die Besucher erwartet um 10.30 Uhr ein geistlicher Auftakt für den Tag in der Vesperkirche, der dann um 11.30 Uhr mit dem gemeinsamen Mittagessen zwischen Altar und Kanzel seine Fortsetzung findet. Der Gottesdienst steht unter der Überschrift "Jesus, der Diakon" und der Prediger, Dr. Bergler, beschäftigt sich mit dem Markusevangelium Kapitel 10, wo es heißt: Jesus ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene. Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes liegt in den Händen von Stefan Willmy.
50 Gastgeberinnen und Gastgeber freuen sich über einen ganz besonderen Sonntag in bunter Runde und laden auch zu Kaffee und Kuchen nach dem Mittagessen ein.

Vesperkirche Schweinfurt St. Johannis: 22. Januar bis 12. Februar 2017, täglich von 11.30 bis 14.30 Uhr
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Pflege im Heim – und was da neu ist

Stationäre Altenhilfe informiert am 28. und 29. Januar 2017

Im Rahmen der Vesperkirche wird Gelegenheit sein, sich unverbindlich und zwanglos über die Vor- und Nachteile der Pflege im Heim und in der Tagespflege zu erkundigen. Die Berichte über schlechte Pflege in einer Einrichtung im Landkreis Haßberge haben zu Recht für Aufregung gesorgt, auch wenn es eine Ausnahme war.

Aber auch ganz praktisch soll es zugehen. Wie funktioniert z.B. eine Aufstehhilfe? Die Aufstehhilfe ermöglicht den Pflegenden ein rückenschonendes Arbeiten.

Nicht weniger spannend sind die rechtlichen und finanziellen Entwicklungen. Viel hat sich bei den Kosten und bei den Kostenerstattungen geändert. Nicht in jedem Fall wird alles besser. Die kognitive Einschränkung, vielen als demenzielle Einschränkung bekannt, wird nun besser in die Beurteilung des Grades der Selbständigkeit mit einbezogen, mit der Folge, dass mehr Menschen einen Pflegegrad und damit Geld von der Pflegeversicherung bekommen können. Das aber verunsichert Viele. Es bleibt eine Herausforderung, alle Unterstützungen zu kennen und zu beantragen.

Viel Kleingedrucktes ist zu beachten. So ist z.B. der Pflegegrad 1 aus den Leistungen der Pflegeversicherung für den Aufenthalt im Heim ausgenommen, d. h., dass Menschen mit dem Pflegegrad 1 keine Leistungen der Pflegekasse erhalten werden, lediglich eine Ergänzungsleistung in Höhe von 125,00 € monatlich. Diese Menschen müssen dann den Aufenthalt in einem Pflegeheim oder in einer Tagespflege aus eigenen Mitteln zahlen, sind also sogenannte Selbstzahler.

Eine besondere Herausforderung im Bereich der stationären Altenhilfe sind auch die neuen Anforderungen an die Räumlichkeiten in einem Pflegeheim. Alle Details sind nun in klaren Vorgaben geregelt. Schwierig wird die Frage, wer die Kosten für die notwendigen Umbauten trägt. Höhere Kosten für den Platz im Heim könnten die Folge sein. Vielleicht kommt es auch zur Aufgabe von Heimen, wenn sich der Aufwand nicht mehr lohnt.

Viele interessante Fragen, über die es sich zu sprechen lohnt, z.B. auch im Rahmen der Vesperkirche. Fachleute aus dem Wilhelm-Löhe-Haus werden vor Ort sein.

Besuchen Sie am 28. und 29. Januar den Aktionsstand der Diakonie zum Thema Pflegestärkungsgesetz II!

Vesperkirche Schweinfurt St. Johannis: 22. Januar bis 12. Februar 2017, täglich von 11.30 bis 14.30 Uhr
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Am 28.01.2017 im Schweinfurter Tagblatt:

Brücken bauen in der Vesperkirche


Ein schöneres Beispiel für Inklusion kann es kaum geben: Die Band Mosaik mit Steffi List rockte am Donnerstagabend die Vesperkirche St. Johannis. Foto: Anand Anders

Die Vesperkirche ist voll besetzt. Schon nach wenigen Songs können sich die Zuschauer nicht mehr ruhig auf den Sitzen halten. Sie schunkeln mit, klatschen, manche stehen sogar auf und tanzen. Die Inklusionsband Mosaik hat alle in ihren Bann gezogen. Und das nicht nur wegen ihrer bekannten Frontfrau, der Schweinfurter Sängerin Steffi List.

Ob „Tage wie dieser“ von den Toten Hosen, Udo Jürgens' „Ich war noch niemals in New York“ oder „Muss nur noch kurz die Welt retten“ von Tim Bendzko: Das Publikum ist begeistert, die Kirche St. Johannis lebt und feiert. Diakon Norbert Holzheid wippt im Rhythmus mit.

Auch eigene Texte

Auch mit eigenen Texten, die meisten aus der Feder von Steffi List, wartet die Band Mosaik auf. Im Song „Brücken bauen“ sollen sich die Menschen näher kommen und in „Tu es einfach“ geht es darum, „nicht immer nur zu reden, sondern endlich zu handeln“, sagt List.

Schon seit über fünf Jahren gibt es die Band, ein Mix aus behinderten und nicht behinderten Menschen. Startschuss war das Casting der Mainfränkischen Werkstätten in Würzburg, die ihren Superstar suchten. Das saß List in der Jury. Inzwischen hat sich Mosaik auch über die fränkischen Grenzen hinaus einen Namen gemacht. Etwa 25 Auftritte im Jahr absolvieren die insgesamt zehn Musiker. „Und sie haben sich in den Jahren enorm weiterentwickelt. Das finde ich wirklich faszinierend“, sagt Sozialpädagogin Antje Arlt. Sie ist der musikalische Kopf der Band und spielt neben Querflöte auch Piano.

Sogar im Bundestag gespielt

Alle 14 Tage trifft sich die Band und probt. Es lohnt sich: „Wir haben in München im Landtag gespielt und sogar im Bundestag in Berlin“, erzählt Sänger Christian Schmitt stolz. Für den bekennenden FC Bayern-Fan gibt es nichts Schöneres, als in einer Band zu singen. „Das ist mein Lebenstraum und hat mir viel Selbstvertrauen gebracht“, sagt der Mann, der im Rollstuhl sitzt. Hier in der Kirche St. Johannis sei es zudem sehr besonders, „denn die Akustik ist toll, und ich bin auch gläubig“. Mit Manuel Seitz, der wegen seiner Liebe zum Rock'n Roll gerne mal „Elvis“ genannt wird, wechselt er sich mit Singen ab.

Jeder hat sein Steckenpferd - während Seitz Schlager- und Rockkönig ist, ist Schmitt eher für ruhigere Lieder und Balladen mit deutschen Texten zuständig. Und: „Ich bin ein großer Peter Maffay-Fan.“ Ins Tonstudio war die Band schon eingeladen, „aber ich würde so gerne einmal mit Maffay zusammen singen“, sagt Schmitt. Den Fan-Song dazu gibt es jedenfalls schon, den er auf der Bühne performt: „Einmal mit Peter Maffay auf der Bühne stehen. Was träumst du so?“, singt er ins Mikro.

Rockröhre List unterstützt die Sänger

Steffi List indes unterstützt die Beiden mit ihrer unverkennbaren, rockigen Stimme und setzt Akzente. Für die Rockröhre ist Mosaik eine Bereicherung. „Wir wollen Inklusion leben und zeigen, dass jeder Mensch seinen Wert hat. Auch behinderte Menschen haben große Talente, und diese sollen geschätzt und geachtet werden.“

So zeigt auch Christine Kummer von der Offenen Behindertenarbeit Schweinfurt (OBA), was sie kann. „Ich bin Künstlerin. Und mein Leben ist sehr abwechslungsreich. Montags bin ich Schauspielerin, mittwochs Malerin und donnerstags Musikerin“, erzählt die junge Frau und erntet jede Menge Applaus.

Dass an diesem Abend in St. Johannis Brücken zwischen Menschen gebaut wurden – daran besteht kein Zweifel. „Zugabe, Zugabe“, rufen die Zuschauer begeistert am Endes des Konzerts. Sie werden nicht enttäuscht.


Ein schöneres Beispiel für Inklusion kann es kaum geben: Die Band Mosaik mit Steffi List rockte am Donnerstagabend die Vesperkirche St. Johannis. Foto: Anand Anders
 
 
 
 
 
Am 25./26.01.2017 auf SW-N.TV Schweinfurter Nachrichten und ähnlich im Schweinfurter Tagblatt:

Mut zum Miteinander - Inklusion


Offene BehindertenArbeit informiert am 26. und 27. Januar 2017

Eines der großen Themen dieser Zeit und der vor uns liegenden Jahre ist bzw. sollte sein: Die Inklusion. Seit 2009 ist die UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland rechtskräftig. Seitdem haben zehn Millionen Menschen mit Behinderung und sieben Millionen Menschen mit chronischen Beschwerden Recht auf Selbstbestimmung, gesellschaftliche Teilhabe, Chancengleichheit und Barrierefreiheit. Nur die wenigsten Menschen haben dies allerdings bis jetzt mitbekommen. Noch seltener und meist auch gar nicht gerne wird darüber gesprochen, ob dieser Entwicklungssprung überhaupt gelingen kann, ohne wirkliche fundamentale Veränderungen in der Gesellschaft durchzusetzen, also in den Gedanken und Planungen jedes einzelnen Menschen.

In einer inklusiven Gesellschaft ist es normal, verschieden zu sein. Anderssein darf nicht bewertet werden und jede/r ist auf gleiche Weise willkommen. Und davon können alle profitieren: zum Beispiel durch den Abbau von Hürden, damit die Umgebung zugänglicher wird, aber auch durch weniger Barrieren bei der Bürokratie (z.B. Formulare in leichter Sprache) und in den Köpfen, mehr Wertschätzung, Toleranz und ein besseres Miteinander. Die Offene BehindertenArbeit (OBA) der Diakonie Schweinfurt ist schon seit Jahrzehnten Motor und Begleiter dieser Entwicklung. Haupt- und Ehrenamtliche kämpfen dafür, dass sich alle Menschen ganz selbstverständlich begegnen und zusammen leben, gemeinsam lernen und ihre Freizeit miteinander gestalten. Die Selbst- und Mitbestimmung von Menschen mit Behinderung als „Experten in eigener Sache“ wird ernst genommen. Im Rahmen der Vesperkirche will die OBA Begegnungen zwischen Menschen mit und ohne Behinderung ermöglichen und mit den Gästen ihre eigenen Erfahrungen diskutieren.

Besuchen Sie am 26. und 27. Januar den Aktionsstand der Diakonie zum Thema Inklusion und Teilhabe!

Vesperkirche Schweinfurt St. Johannis: 22. Januar bis 12. Februar 2017, täglich von 11.30 bis 14.30 Uhr
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Am 24./25.01.2017 auf SW-N.TV Schweinfurter Nachrichten und ähnlich im Schweinfurter Tagblatt:

Erster Konzertabend der Vesperkirche mit Steffi List und „Mosaik“


Die Reihe der Konzertabende in der Vesperkirche 2017 startet mit Steffi List und der Band „Mosaik“, die schon bei der ersten Vesperkirche ihr Publikum begeistert haben. „Lass uns Brücken bauen“ heißt ein programmatisches Lied dieser besonderen musikalischen Zusammenarbeit der bekannten Rockmusikerin und der Band der Mainfränkischen Werkstätten. Dieses so überschriebene „Inklusionslied“ ruft zu Toleranz und neuen gemeinsamen Wegen aller Menschen auf. Und auch das Motto dieser musikalischen Formation passt ideal in das Konzept der Vesperkirche: Inklusion! Keiner steht draußen und allein. Jede und jeder trägt zum Kunstwerk „Leben“ bei, was sie oder er kann. Das Ergebnis ist immer schöner als erwartet und beeindruckt jede und jeden Mitwirkenden selbst und auch alle Gäste.

Am Donnerstag, 26. Januar um 19 Uhr in der Schweinfurter St. Johanniskirche erwartet die Vesperkirchengemeinde ein schwungvolles und mitreißendes Konzert. Mit dabei ist in diesem Jahr Christine Kummer (Offene BehindertenArbeit Schweinfurt) mit einem kleinen literarischen Intermezzo unter der Überschrift „Mein Leben als Künstlerin“.

Einlass ab 18.15 Uhr. Der Eintritt ist frei, Spenden für die Vesperkirche werden dankbar angenommen.


Vesperkirche Schweinfurt St. Johannis: 22. Januar bis 12. Februar 2017, täglich von 11.30 bis 14.30 Uhr

Vesperkirchenhandy-Ehrenamtstelefon: 0176 72999548
Vesperkirchenhandy-Kuchentelefon: 0176 72913539

 
 
 
Am 23./24.01.2017 auf SW-N.TV Schweinfurter Nachrichten und ähnlich im Schweinfurter Tagblatt:

„Dieses Spiel muss ein Ende haben!“

 
Suchtberatung informiert am 24. und 25. Januar 2017

Unter dem Motto „Dieses Spiel muss ein Ende haben!“ nimmt die Fachstelle Glücksspielsucht an der diesjährigen Vesperkirche teil und greift damit die immer größer werdende Glücksspielproblematik und deren Auswirkungen auf. Betroffen sind immer neben den Spielsüchtigen selbst auch Angehörige.

Aktuell geht die Landesstelle Glücksspielsucht von ca. 34.000 pathologischen Spielern und ca. 33.000 Menschen mit einem problematischen Spielverhalten in Bayern aus. Dabei spielen auch das Angebot an Spielhallen und der Zugang in diese Spielstätten eine Rolle. In Stadt und Landkreis Schweinfurt gibt es derzeit 18 Spielhallen (insgesamt 39 Konzessionen) mit insgesamt 402 Glücksspielautomaten. „Das Angebot für Spielsüchtige ist groß und lockt Spielsüchtige annähernd an jeder Ecke“, berichtet Stefan Glos von der Fachstelle Glücksspielsucht.

Die Einrichtung eines für Bayern flächendeckenden Spielersperrsystems für Spielhallen, wie beispielsweise in Hessen, könnte eine wirkungsvolle Schutzmaßnahme für die Betroffenen darstellen, um die Kontrolle über ihr Leben wieder zurückzugewinnen. Hierdurch käme es natürlich zu Umsatzeinbußen für die Spielhallenbetreiber und rückläufigen Steuereinnahmen, was offenbar nicht gewollt ist.

Bis es zu einer wirkungsvollen Umsetzung von Spielerschutzmaßnahmen kommt, werden weiterhin Betroffene wie Angehörige durch die massiven Folgen einer Glücksspielsucht belastet.
Ein Glücksspieler hat im Schnitt 24.000 € Schulden. Durch das starke Eingenommen Sein vom Glücksspiel entstehen weitere soziale, berufliche, materielle oder familiäre Folgen.
Immer wieder kommt es zu Suizidversuchen von Glücksspielern, die keinen anderen Ausweg mehr aus ihrer Situation sehen.
Dieses Spiel muss ein Ende haben!

Besuchen Sie am 24. und 25. Januar den Aktionsstand der Diakonie zum Thema Spielsucht!

Vesperkirche Schweinfurt St. Johannis: 22. Januar bis 12. Februar 2017, täglich von 11.30 bis 14.30 Uhr
Vesperkirchenhandy-Ehrenamtstelefon: 0176 72999548
Vesperkirchenhandy-Kuchentelefon: 0176 72913539

 
 
 
Am 23.01.2017 im Schweinfurter Tagblatt:

Vesperkirche: Gesegnete Mahlzeit!


Ein Lächeln gibt's dazu. Foto: Anand Anders

Pfarrerin Gisela Bruckmann schlägt auf den Gong und dann geht sie los, die dritte Vesperkirche in St. Johannis. Unter der Kanzel stehen Kinderstühle, im Altarraum Tische und Stühle, hübsch geschmückt mit Tulpe.
Rund um den Taufstein werden Teller hergerichtet, weiter hinten stehen die Kuchen bereit, das Treppenhaus zur Empore ist zu einer kleinen Utensilienkammer geworden.

Essen und Dienstleistungen

Bis zum 12. Februar wird St. Johannis wieder zu einem Treffpunkt für die unterschiedlichsten Menschen. Es gibt Essen, (menschliche) Wärme, Nähe, Gesellschaft und Hilfsangebote für die die, die sich nicht alles leisten können: Haareschneiden zum Beispiel, Blutdruckmessen, das Repaircafé steht mit Rat und Tat beiseite, wenn etwas kaputt ist.

„St. Johannis lebt in den nächsten drei Wochen richtig auf“, freut sich Diakon Norbert Holzheid. An die 60 Leute kümmern sich täglich darum, das sich die Leute wohlfühlen in der Kirche. „Und das mit einem Lächeln“. Gastgeber heißen sie, das trifft ihre Aufgabe besser als Freiwillige Helfer, meint nicht nur Holzheid.

Vesperkirche bringt zusammen

Sowohl auf der Seite der Gastgeber und der Gäste kommen Leute zusammen, die sich sonst nicht so begegnen würden. Jung, alt, arm, reich, einsam oder geborgen: Die Vesperkirche bringt die Menschen zusammen, sagt Dekan Oliver Bruckmann bei seiner Predigt. Die Vesperkirche sei ein Zeichen dafür, dass wir – wie im Himmel – alle zusammengehören, dass es da nicht die in der Mitte und die an den Rändern gibt.

Oliver Bruckmann hat auch eine schöne Definition für die Vesperkirche: Begegnungen, Gespräche, Tischgemeinschaft.

Nahrung für Leib und Seele

Gisela Bruckmann spricht davon, wie wichtig Nahrung ist: Für Leib und Seele. Auch dem trägt die Aktion in St. Johannis Rechnung. Deswegen gibt es auch täglich um 13 Uhr einen geistlichen Impuls. „Viele kommen allein deswegen“, meint Holzheid. Jochen Keßler-Rosa erinnert in den Fürbitten an die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Welt, an Leid und Not. Wer Frieden voranbringen will, könne selbst einen Anfang machen, durch sein Verhalten und sein Vorbild.

Was die Vesperkirche ganz besonders macht, ist die heitere, fröhliche Atmosphäre, die alle und alles umfließt. Obwohl die Gastgeber ziemlich viel schuften müssen, unter der Woche ab acht, am Sonntag ab halb acht. Und es auch mal hektisch werden kann, wenn viele Gäste zur gleichen Zeit kommen.

Handy-Dienst für die Kuchenspenden

„Es ist ein Erlebnis“, sagt Friedrich Senft, mit 81 Jahren einer der ältestes Gastgeber. Zusammen mit Christa Holzheid managt er die Kuchentheke. Christa Holzheid koordiniert die Kuchenspenden via Kuchenspenden-Handy. „Sie ist nur noch am telefonieren“, sagt ihr Mann Norbert Holzheid. Friedrich Senft ist mit voller Begeisterung bei der Sache. Gut 12 000 Stück Kuchen wird der Konditormeister bis zum 12. Februar wieder schneiden, schön arrangieren und sich freuen, wenn sich die Leute hier wohlfühlen in St. Johannis.

Und wer noch nicht hier war oder meint, in einer Kirche sollte man solche Aktionen nicht machen, dem rät er: „Ihr müsst einfach mal herkommen“. Zu den 12 000 Stück Kuchen werden dann noch 200 Pfund Kaffee gebrüht, sagt Holzheid und zeigt auf Rita Blaurock, die gerade am Aufgang zur Empore das Kaffee-Managment macht.

Viele helfen mit

Holzheid freut sich sehr, dass es auch bei der dritten Vesperkirche so viele Menschen gibt, die mithelfen und so viele, die das Angebot wahrnehmen. Er freut sich auf die nächsten Wochen. Und auf die vielen, glücklichen Gesichter.

Die Vesperkirche in St. Johannis ist bis 12. Februar täglich von 11.30 bis 14.30 geöffnet. Das Essen kostet 1,50 Euro. Wer kann, darf auch mehr geben als Spende.

Mehr Infos: www.vesperkirche-schweinfurt.de


Friedrich Senft und Christa Holzheid sind ein eingespieltes Kuchen-Team in der Vesperkirche. Foto: Anand Anders
Pfarrerin Bruckmann schlägt auf den Gong. Foto: Anand Anders
Viele helfenden Hände sorgen für Gemeinschaft. Foto: Anand Anders
 
 
 
 
Am 19./21.01. auf SW-N.TV Schweinfurter Nachrichten und ähnlich im Schweinfurter Tagblatt:

Familienerholung für alle
Kirchliche Allgemeine Sozialarbeit informiert am 22. und 23. Januar 2017

Knapp zwei Millionen Kinder (14,7%) in Deutschland leben in ihren Familien am Existenzminimum. Die höchste Zahl der von Armut betroffenen Minderjährigen in Bayern findet man hier in Schweinfurt. 21,9% der unter 18-Jährigen leben in Familien, die Sozialleistungen beziehen. Das macht insgesamt 1.712 Kinder und Jugendliche aus. Diesen Familien und Geringverdienenden fehlt es natürlich auch an Mitteln, um sich eine gemeinsame Auszeit zu gönnen. Gerade dies wäre aber nötig, um dem Alltagsstress zu entfliehen und den Zusammenhalt zu bewahren.
Das „Zentrum Bayern Familie und Soziales“ hat hierfür vor mehr als 50 Jahren die „Bundesarbeitsgemeinschaft Familienerholung“ ins Leben gerufen. Durch Zuschüsse wird es „bedürftigen“ Familien ermöglicht, in Familienferienstätten Urlaub zu machen. Das Ziel der über 90 gemeinnützigen Familienferienstätten in Deutschland ist es, Urlaub mit der ganzen Familie in familienfreundlichen Unterkünften zu erschwinglichen Preisen anzubieten.
Als Zielgruppe wurden allein erziehende Mütter und Väter, Familien mit behinderten oder pflegebedürftigen Angehörigen, kinderreiche Familien, Patchwork-Familien und Großeltern mit Enkelkindern festgelegt.
Informationen über die konkreten Voraussetzungen, Einkommensgrenzen, Urlaubsdauer und Zuschusshöhe bekommen Sie von den Mitarbeitenden der Kirchlichen Allgemeinen Sozialarbeit. Sie freuen sich auf die Gespräche mit Ihnen im Rahmen der Vesperkirche!

Besuchen Sie am 22. und 23. Januar den Aktionsstand der Diakonie zum Thema Familienfreizeiten!

Vesperkirche Schweinfurt St. Johannis: 22. Januar bis 12. Februar 2017, täglich von 11.30 bis 14.30 Uhr

Vesperkirchenhandy-Ehrenamtstelefon: 0176 72999548
Vesperkirchenhandy-Kuchentelefon: 0176 72913539

 
 
Am 18./20.01. auf SW-N.TV Schweinfurter Nachrichten und ähnlich im Schweinfurter Tagblatt:

Vesperkirche 2017 wird mit Gottesdienst eröffnet

 Am Sonntag, dem 22. Januar beginnt zum dritten Mal die mit großer Vorfreude in Schweinfurt erwartete Vesperkirche.

Den Eröffnungsgottesdienst gestalten Dekan Oliver Bruckmann, Pfarrerin Gisela Bruckmann und Pfarrer Jochen Keßler-Rosa. Sie repräsentieren gemeinsam die Veranstalter dieser in Bayern sehr beachteten dreiwöchigen Veranstaltung, die Kirchengemeinde St. Johannis und das Diakonische Werk Schweinfurt. Die Predigt hält Dekan Bruckmann. Sie dreht sich um eine Geschichte aus dem Johannesevangelium, die von der Heilung eines Jungen erzählt.

 Der Gottesdienst beginnt um 10.30 Uhr. Ab 11.30 Uhr startet dann der erste Vesperkirchentag mit Mittagessen und Kaffee, sozialen Angeboten und vielen fröhlichen Gesprächen. Die organisatorische Leitung für den Einsatz der inzwischen insgesamt rund 300 Gastgeberinnen und Gastgeber hat erneut Diakon Norbert Holzheid. „Miteinander für Leib und Seele“, so das Motto der Vesperkirche, heißt es dann täglich bis zum Sonntag, dem 12. Februar.

Vesperkirche Schweinfurt St. Johannis: 22. Januar bis 12. Februar 2017, täglich von 11.30 bis 14.30 Uhr
Vesperkirchenhandy-Ehrenamtstelefon: 0176 72999548
Vesperkirchenhandy-Kuchentelefon: 0176 72913539

 
 
Am 12.01.2017 im Schweinfurter Tagblatt:
 
Vesperkirche startet am 22. Januar
 
 
Die Idee Vesperkirche hat St. Johannis-Pfarrerin Gisela Bruckmann am Mittwoch vor zahlreichen Medienvertretern aus mehreren Gründen eine „besondere“ genannt: Sie findet wieder in St. Johannis, und zwar vom 22. Januar bis 12. Februar statt, zur kalten Jahreszeit also. Der Kälte wiederum könne man durch einen Besuch der Kirche entfliehen, einem eben besonderen Ort.

Der Gast könne dort an einem Tisch Platz nehmen, ein warmes Essen zu sich nehmen und ins Gespräch mit anderen kommen. „Gott lädt uns zu dieser dem Menschen zugewandten Begegnung auf Augenhöhe ein“, sagte Bruckmann.

Sie werde in letzter Zeit immer wieder auf den nun dritten Durchgang angesprochen, „die Vesperkirche hat sich in gewisser Weise etabliert“, merkte die Pfarrerin an. Und Diakoniechef und Pfarrer Jochen Keßler-Rosa vom Veranstaltungspartner ergänzte: „Es ist spannend, trotz der Übung, die wir schon haben“.

200 Ehrenamtliche aller Altersgruppen, unterstützt von Hauptamtlichen von evangelischer Kirche und Diakonischem Werk, machen als Gastgeber mit. Darunter viele alte Hasen, aber auch etliche Neue, die am Mittwoch und Donnerstagabend dieser Woche geschult wurden.

Keßler-Rosa setzt auf die Spendenbereitschaft der beiden ersten Jahre. 60 000 Euro sind zur Finanzierung der Vesperkirche nötig, erst 8000 Euro sind eingegangen. Ihren Beitrag werden auch wieder die drei Benefizkonzerte während der drei Wochen leisten, erneut dürften viele der erwarteten 8000 Gäste mehr als die 1,50 Euro fürs Essen in die Kasse legen, ist sich Keßler-Rosa sicher.

Ausgeweitet werden die sozialen Dienstleistungen, hinzu kommen eine Beratung unter dem Motto „Bescheide erklären“ und eine Reparaturwerkstatt für Gegenstände durch das Repair Café. Erweitert wird auch das nun interaktive Angebot der bisher reinen Beratungsstände. Wenn sich die Altenhilfe präsentiert, wird auch vor Ort gezeigt, wie ein Hebelift funktioniert, wenn die Energieberater der Diakonie beraten, wird das an Livebeispielen auch demonstriert.

Nötig sind noch Kuchenspenden. Mindestens 20 Kuchen sollen täglich an jedem der 22 Vesperkichen-Tage angeboten werden. Näheres dazu, über die Möglichkeiten zu spenden, den denkbaren Einsatz weiterer Ehrenamtlicher und die Benefizkonzerte finden sich unter www.vesperkiche-schweinfurt.de oder sind unter Tel. (01 76) 72 91 35 20 abzufragen. Diese Redaktion wird täglich über die Aktionsstände, die sozialen Dienstleistungen und rechtzeitig über die Konzerte und Gottesdienste an den drei Vesperkichen-Sonntagen in St. Johannis informieren.

Diakoniechef Jochen Keßler-Rosa und Pfarrerin Gisela Bruckmann bei der Pressekonferenz zur Vesperkirche. Die Protagonisten standen in St. Johannis, die Medienleute lauschten in den Kirchenbänken.
Foto: Hannes Helferich

 
 
Am 12.01.2017 im Schweinfurter Tagblatt:
 
Vesperkirche bittet zu Tisch
 

„Beim gemeinsamen Essen und Reden verschwimmen die Grenzen von Geber und Nehmer. Das ist Vesperkirche.“ So steht es im Begleitheft zur dritten Vesperkirche in Schweinfurt, die vom 22. Januar bis 12. Februar 2017 erneut in der evangelischen Kirche St. Johannis stattfindet. In Schweinfurt fand 2015 die erste Vesperkirche in Bayern statt, veranstaltet von evangelischer Kirche und Diakonie.

Vor zahlreichen Medien verkündeten St. Johannis-Pfarrerin Gisela Bruckmann und Jochen Keßler-Rosa, Diakonie-Geschäftsführer und Pfarrer, am Mittwoch inmitten der Kirchenbänke die Neuerungen und begleitenden Veranstaltungen.

Unter den 200 Ehrenamtlichen, die bei der Vesperkirche Gastgeber heißen, sind viele bewährte Kräfte, aber auch etliche „Neue“. Sie werden diese Woche geschult. Rund 50 Gastgeber sind täglich im Einsatz. Sie sitzen an der Kasse, sind Platzanweiser, arbeiten an der Essensausgabe, im Spültrupp oder in der Kaffee- und Kuchenbar. Erfreulich: Es haben sich Schulklassen und Konfirmandengruppen als Helfer angemeldet, eine sicher „tolle Erfahrung mit anzupacken“, meinte Bruckmann.

Jeden Tag um 10.30 Uhr erfolgt für die Gastgeber eine Einstimmung, um 11.30 Uhr öffnet die Kirche, bis 14.30 Uhr wird Essen ausgegeben, das wieder aus der Küche des Leopoldina-Krankenhauses kommt. Täglich um 13 Uhr ist ein Drei-Minuten-Innehalten für das „Wort in der Mitte“, das katholische und evangelische Seelsorger sprechen.

Über 10 000 Gäste wurden zur Premiere und 2016 begrüßt. Heuer rechnen die Veranstalter mit rund 8000 Gästen oder 400 Menschen pro Tag. Ausgeweitet werden die sozialen Dienstleistungen, die räumlich abgetrennt im Herrenchor angeboten werden. Dazu gehören Blutdruckmessen, Fußpflege und Haareschneiden und – neu – die Reparatur von Gegenständen durchs Repair Café.

Neu auch sind interaktive Aktionsstände, die täglich wechselnd Beratungen zu den Themen Energie, Sucht, Demenz oder Kultur für alle anbieten.

Die Vesperkirche 2017 kostet, weil Anschaffungen wie Stühle, Tische und Schürzen nicht mehr nötig sind, „nur noch“ rund 60 000 Euro. Sie wird durch Spenden finanziert. 8000 Euro sind bisher eingegangen, weshalb Keßler-Rosa auf eine Spendenbereitschaft wie in den ersten beiden Jahren hofft. Zweites Bein sind Benefizkonzerte, unter anderem mit Steffi List und der Inklusionsband Mosaik (26. Januar), einem Musikabend mit Pfarrern (2. Februar) und dem Gospelchor „Die KisSingers“ (8. Februar, alle um 19 Uhr in St. Johannis). Drittes Bein ist die Großzügigkeit vieler Gäste, die mehr als die 1,50 Euro pro Essen bezahlen.

Die Gustav-Adolf-Gedächtniskirche in Nürnberg kam 2016 als zweite große Vesperkirche in Bayern hinzu. In ihrem und dem Schatten von Schweinfurt stehen die nur achttägige Vesperkirche „MahlZeit“ in Nürnberg-Langwasser und eine „Vesperkirche light“ in Würzburg St. Stephan, die Ende 2015 vier Mal mittwochs zum Mittagessen eingeladen hatte. Eine zweite Auflage fand im Juli 2016 statt. Weitere offizielle Vesperkirchen gibt es in Bayern derzeit nicht, wohl aber vielerorts Überlegungen dazu.

Daten und Fakten zur Vesperkirche

In Baden-Württemberg haben evangelische Vesperkirchen Tradition. Im „Ländle“ gibt es mehr als 30 solcher Angebote In Bayern ist das Angebot der evangelischen Kirche noch vergleichsweise neu. Die Schweinfurter Kirche St. Johannis und das Diakonische Werk Schweinfurt hatten sich 2015 auf die Ausschreibung der evangelischen Landeskirche und bayerischen Diakonie beworben und wurden Pilotprojekt.

Die Premiere im Winter 2015 war mit über 10 000 Gästen ein unerwartet großer Erfolg. Jetzt werden in St. Johannis zum dritten Durchgang wieder die Kirchenbänke abgeschraubt und Tische und Stühle zum Essen und Begegnen aufgestellt. Die 200 Gastgeber tragen Schürzen mit der Aufschrift „Vesperkirche“, die erneut unter dem Motto „Miteinander für Leib & Seele“steht.

Reden können die Gäste dabei nicht nur mit ihren Tischnachbarn, sondern auch mit Seelsorgern, wozu zur Sicherung der Anonymität eigens die Sakristei von St. Johannis zur Verfügung steht.

Wer mehr über die Vesperkirche in Schweinfurt wissen oder spenden will: www.vesperkirche-schweinfurt.de oder Tel. (01 76) 72 91 35 20. epd/hh

 
 
Am 05.01.2017 im Schweinfurter Tagblatt:

Vesperkirche sucht noch Helfer und Kuchenspender

Die Vesperkirche geht in die dritte Runde: Vom 22. Januar bis 12. Februar laden die Kirchengemeinde St. Johannis und das Diakonische Werk wieder täglich von 11.30 bis 14.30 Uhr in die St. Johannis-Kirche ein.

Die Vesperkirche lebt von ehrenamtlichem Engagement. Jede und jeder kann sich einbringen. In der Vesperkirche kann sich jeder an einem oder mehreren Tagen entsprechend seiner Fähigkeiten und Kräfte engagieren. Benötigt werden noch Helfer an der Kasse, beim Begrüßen und Zuweisen der Plätze, an der Essensausgabe, beim Austeilen der Menüs, im Bereich Kaffee und Kuchen, beim Spülen, im Transportbereich sowie für Hygiene und Sauberkeit. Wer mitmachen will, meldet sich beim Ehrenamtstelefon unter Tel. (01 76) 72 999 548. Dankbar ist das Team der Vesperkirche auch für Kuchenspenden. Hierzu bitte anrufen: Tel. (01 76) 72 913 539.

 
Am 22.10.2016 im Schweinfurter Tagblatt:

Erneute Begegnung auf Augenhöhe

Die dritte Runde der Vesperkirche findet erneut in St. Johannis statt – vom 22. Januar bis 12. Februar 2017. Noch werden ehrenamtliche Mitstreiter gesucht.    

Die Vesperkirche kommt wieder. Nach ihrem großen Zuspruch in den beiden Vorjahren veranstaltet Bayerns erste Vesperkirche vom 22. Januar bis zum 12. Februar 2017 die dritte Runde erneut in der St. Johanniskirche. Diese Woche fand ein erster Vorbereitungsabend für interessierte Ehrenamtliche statt, ohne deren Einsatz „die Vesperkirche gar nicht existieren könnte“, sagte Diakon Norbert Holzheid beim Treffen im Martin-Luther-Haus.

An jedem Tag sind rund 60 Ehrenamtliche „nötig“

Denn: Rund 60 Ehrenamtliche sind an jedem Tag der drei Wochen nötig, mehr als 200 Ehrenamtliche begrüßten in diesem Jahr rund 10 000 Gäste. Es gibt zwar einen festen Stamm an Helfern, aber Nachwuchs und weitere Ehrenamtliche sind nötig. Zum Schnuppertag kamen denn auch erfreuliche rund 40 Neuinteressenten, die großteils gleich einen „Personalbogen“ ausfüllten. Damit verpflichtet sich der „Gastgeber/in“ zum Mitmachen, gibt auch gleich seine/ihre Tage an, an denen er/sie helfen kann.

 

Am 04.10.2016 im Schweinfurter Tagblatt:

Die Vesperkirche kommt wieder: Helfer gesucht

Die Vesperkirche kommt wieder: Helfer gesucht
 
(ts) Nach ihrem großen Zuspruch in den Vorjahren gibt es die Vesperkirche in St. Johannis auch 2017 wieder, nämlich vom 22. Januar bis zum 12. Februar. Vesperkirche, das sind Begegnungen auf Augenhöhe. Menschen unterschiedlicher Herkunft und sozialer Stellung, Arme und Wohlhabe... Foto: Archiv/Anand Anders Nach ihrem großen Zuspruch in den Vorjahren gibt es die Vesperkirche in St. Johannis auch 2017 wieder, nämlich vom 22. Januar bis zum 12. Februar. Vesperkirche, das sind Begegnungen auf Augenhöhe. Menschen unterschiedlicher Herkunft und sozialer Stellung, Arme und Wohlhabende, Arbeitslose und Berufstätige, Hilfesuchende und Ratgebende werden zu einer Gemeinschaft. Sie alle treffen sich mittags zum gemeinsamen Essen, Reden und Gedankenaustausch. Das Essen kann sich jeder leisten und die Atmosphäre der evangelisch-lutherischen Kirche bietet Geborgenheit und atmet Kultur. Für das Jahr 2017 wird mit 450 Portionen geplant. Die Vesper ist ein komplettes Mittagsmenü mit vegetarischer Alternative, alkoholfreien Getränke sowie Kaffee und Kuchen. Die Vesperkirche lebt vom Engagement Ehrenamtlicher sowie von Gastfreundschaft und Spenden der Bürger und Unternehmen. So haben im vergangenen Jahr in den drei Wochen Vesperkirche mehr als 200 Ehrenamtliche rund 10 000 Gäste begrüßt. Bei der Vesperkirche kann sich jeder einbringen. Man kann sich an einem oder mehreren Tagen engagieren.