26. Januar 2015

 

Das Wort zur Mitte am Montag, den 26. Januar 2015:

Herz – was berührt uns?

Kann es sein, dass Sie heute zum wiederholten Male hierher gekommen sind, weil Sie gespürt haben: hier in der Vesperkirche sind herzliche Menschen?

Nicht nur beim Personal, das hier mit großer Motivation und großem Eifer bei der Sache ist, sondern auch unter den Gästen?

MICH berührt das – MIR selbst öffnet es das Herz, wenn ich eine Atmosphäre spüre, wo ich mich wohlfühle.

Es gibt Häuser, in die ich komme – da weiß ich nach kurzer Zeit: Hier bin ich willkommen. Hier bin ich als Gast erwünscht. Hier geht es mir gut.

DANN kann ich mich öffnen. Dann muss ich mich nicht verstellen. Ich kann alle Floskeln und Etikette beiseite lassen. Denn ich treffe auf Menschen, die mir ihr Herz öffnen.

Bei den Südländern, wo es zur Kultur gehört, gastfreundlich zu sein, gibt es den Satz: „Es tu casa“. So formulieren es die Spanier. Ich habe in Südspanien studiert und es dort am eigenen Leib  erleben und spüren dürfen: Eine große Herzlichkeit, ein offenes Haus.

„Es tu casa“ - fühl dich hier wie zuhause!

So gesehen passt für mich auch die Stelle im Buch der Propheten bei Ezechiel. Dort heißt es: 

„Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. Ich nehme das Herz von Stein aus eurer Brust und gebe euch ein Herz von Fleisch.“ (Ez 36, 26).

Auf einen Menschen mit einem großen Herzen, sozusagen einem „Herz aus Fleisch“ zu treffen – das tut gut!

In ein Haus zu kommen, in dem Offenheit, Freundlichkeit und Wohlwollen herrschen, ist doch wunderbar! Und wir erleben es gerade: das KANN auch KIRCHE! - Einen Raum bieten, in dem ich durchatmen und leben kann. Wo ich meinen Alltag unterbrechen oder sogar ein Stück hinter mir lassen kann – und sei es nur für die Mittagspause.

Herz – was berührt uns?

Lassen wir uns berühren und genießen wir die Gesellschaft mit offenen, herzlichen Menschen hier in St. Johannis, hier in der Vesperkirche – mitten in unserer Stadt.

 von

Ulli Göbel

kath. Pastoralreferent,

Citypastoral SW