19. Januar 2015

Das Wort zur Mitte am Montag, den 19. Januar 2015:

Die Speisung der 5000

Liebe Gäste hier in unserer Vesperkirche!

Ich hoffe, es schmeckt Ihnen bei uns. Und ich hoffe, es ist auch wirklich genug von allem da. Ganz ehrlich: Ich wollte nicht in der Haut der Organisatoren stecken. Kommen 50 Leute? Oder 500? Wie soll man da planen und Essen vorbereiten, gerade jetzt in den ersten Tagen, in denen es noch gar keine Erfahrungswerte gibt?

Ich kann mir vorstellen, wie manche da gestöhnt haben. Wie praktisch das doch wäre, wenn Jesus wirklich leibhaftig hier dabei wäre! Der könnte doch mal wieder so ein Wunder tun wie damals!

Vielleicht kennen Sie die Geschichte von der Speisung der Fünftausend. Ich lese das mal kurz vor, wie Matthäus von dieser Sache erzählt:

Mt 14,13 Jesus fuhr mit dem Boot an eine einsame Stelle. Aber die Leute in den umliegenden Orten erfuhren es und folgten ihm auf dem Landweg.

14 Als Jesus aus dem Boot stieg, sah er eine große Menschenmenge vor sich. Da ergriff ihn das Mitleid und er heilte ihre Kranken.

15 Darüber wurde es Abend. Seine Jünger kamen zu ihm und sagten: »Es ist schon spät und die Gegend hier ist einsam. Schick doch die Leute weg! Sie sollen in die Dörfer gehen und sich etwas zu essen kaufen!«

16 Jesus antwortete ihnen: »Warum sollen sie weggehen? Gebt doch ihr ihnen zu essen!«

17 Die Jünger hielten ihm entgegen: »Wir haben nur fünf Brote und zwei Fische hier.«

18 »Bringt sie mir her!«, sagte Jesus.

19 Er forderte die Leute auf, sich ins Gras zu setzen. Dann nahm er die fünf Brote und die zwei Fische, sah zum Himmel auf und sprach das Segensgebet darüber. Er brach die Brote in Stücke und gab sie den Jüngern, und die verteilten sie an die Menge.

20 Alle aßen und wurden satt, und sie füllten sogar noch zwölf Körbe mit dem Brot, das übrig blieb.

21 Etwa fünftausend Männer hatten an der Mahlzeit teilgenommen, dazu noch Frauen und Kinder.

Ach, so ein kleines Wunder der Speisenvermehrung wäre manchmal wirklich praktisch. Bei großen Treffen, so wie heute. Zu Hause, wenn am Ende des Geldes noch ziemlich viel Monat übrig ist.

Aber war es überhaupt ein Wunder? Die Menschen damals haben nicht unbedingt sachliche Berichte geschrieben, so wie wir es heute kennen. Sie wollten nur etwas über Jesus aussagen. Nämlich dass er dafür sorgt, dass Menschen geheilt werden. Sogar ihr Hunger. Gott sorgt für uns.

Manche haben sich diese Geschichte so erklärt: Einige von diesen vielen Leuten hatten natürlich was zu Essen dabei. Und sie haben einfach alle geteilt was sie hatten. Und selbst wenn es so war – war es dann nicht auch ein großes Wunder, dass Menschen einfach ihren ganzen Besitz teilen?

Die ersten Gemeinden haben das immer so gemacht. Sie haben geteilt, was sie hatten. Und Abendmahl, das war nicht nur ein Stück Brot und ein Schluck Wein, nein, das war ein richtiges gemeinsames Essen. Arme und Reiche, Junge und Alte, alle gemeinsam. Ein bisschen so, wie wir es heute hier haben. Das ist für mich Kirche. Sie sind heute Kirche. Sie gehören dazu.

Amen

Ich wünsche Ihnen weiterhin eine gesegnete und fröhliche Zeit in der Vesperkirche Schweinfurt!

von

Heiko Kuschel

evang. Pfarrer

Citykirche SW und Schulbeauftragter